We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Der Kampf um die 35 Stundenwoche

Kundgebung der IG Metall in Warnemünde © imago images/BildFunkMV
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1995 konnte die IG Metall in einem Flächentarifvertrag die Arbeitszeit in der Metall- und Elektroindustrie durchsetzen, der die in dieser Branche übliche Arbeitszeit von 40 auf 35 Stunden senkt. Allerdings nur für Westdeutschland.

Diesem Sieg gingen Arbeitskämpfe voraus, die bereits Mitte der 1980er begannen und die Grundsteine schon vor der Wiedervereinigung legten. Bis 2021 war es der IG Metall nicht gelungen, eine annähernd ähnliche Einigung für den Osten Deutschlands zu erringen. Ein Grund dafür: Der schlechte Organisationsgrad und damit die schwache Verhandlungsposition der Gewerkschaft.

Im letzten Jahr dann ein kleiner Durchbruch: Zwar scheiterten die Verhandlungen für einen Flächentarifvertrag allerdings konnte die IG Metall in einem Rahmentarifvertrag festhalten, dass betriebliche Regelungen gefunden werden können und das mit Erfolg, findet zumindest die Gewerkschaft selbst. Inzwischen liegen laut eigenen Angaben entsprechende Vereinbarungen für rund 75 Prozent der IG Metall-Mitglieder in den verbandsgebundenen Unternehmen in Berlin-Brandenburg-Sachsen vor.

Doch kritische Stimmen bleiben laut: Wir sprechen mit Birgit Dietze, der Bezirksleiterin des IG Metall Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsens über einen Arbeitskampf, der schon über 20 Jahre andauert und darüber, wie die Erfolge jetzt einzuschätzen sind.