We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Protest der Arbeitnehmenden: die Berliner Krankenhausbewegung

Eine Krankenpflegerin in einem Krankenhaus © imago images/Westend61
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Schon vor der Corona-Pandemie war die Arbeitsbelastung für MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen enorm. In der Pandemie wurde sie vielen erst wirklich vor Augen geführt, es wurde geklatscht und Anerkennung gezeigt, aber als das Klatschen verhallte blieb die Belastung.

Beschäftigte von Charité, Vivantes und Tochterunternehmen haben sich im Sommer des vergangenen Jahres in der “Berliner Krankenhausbewegung” zusammengeschlossen und mit einem mehr als 30 Tage langem Streik einen bis heute einzigartigen Tarifabschluss erzielt. Der Tarifvertrag sieht verbindliche Vorgaben zur Personalbesetzung und einem Belastungsausgleich bei Unterbesetzung vor.

David Wetzel ist Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer onkologischen Station an der Charité und war von Anfang an aktiv in der Bewegung. Er erzählt, dass die Streikenden vor allem Methoden des sog. Organizing nutzten, um möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser in der Bewegung zu vereinen. Zwar wurde die Auseinandersetzung von der Gewerkschaft ver.di begleitet, Grundvoraussetzung des Organizings ist aber, dass die Beschäftigten sich und ihre Interessen vor Arbeitgebern und Politik selbst vertreten.