radioeins Radioday for Future

Aktivisten diskutieren mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach über den Kohlausstieg

Ende Januar hat die Kohlekommission mit ihrem Abschlussbericht einen Fahrplan für den Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 vorgelegt. Der muss nun gesetzgeberisch umgesetzt werden. Die Schülerinnen und Schüler von "Fridays for Future" verlangen schon bis 2030 alle Kohlekraftwerke abzuschalten.

Mächtige Wasserdampfschwaden steigen aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks in Jänschwalde auf © dpa/Patrick Pleul
Mächtige Wasserdampfschwaden steigen aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks in Jänschwalde auf - ab 2038 soll damit Schluss sein | © dpa/Patrick Pleul

Am radioeins Radioday for Future haben wir uns den ganzen Tag mit den Protesten für besseren Klimaschutz beschäftigt. Jugendliche auf der ganzen Welt gehen plötzlich auf die Straße, nachdem es die schwedische Schüler Greta Thunberg im vergangenen August vor dem Regierungsgebäude in Stockholm vorgemacht hat.

So hat die "Fridays for Future"-Bewegung in Deutschland einen Katalog mit konkreten Zielen veröffentlicht. Die Schülerinnen und Schüler verlangen unter anderem einen schnelleren Kohleausstieg schon bis zum Jahr 2030. Die Kohlekommission hatte sich auf 2038 geeinigt. Außerdem fordern die Aktivisten eine sofortige CO2-Steuer auf Treibhausgas-Emissionen. Ab 2035 müsse der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. 

In einer ersten Reaktion äußerte sich ein Sprecher des Umweltministeriums skeptisch. Mit dem Kohleausstieg im Jahr 2038 sei ein tragfähiger, gesellschaftlicher Konsens erreicht worden.

Über den Kohleausstieg diskutierten die beiden Brandenburger Fridays for Future-Aktivisten Moritz Mosch und Simon Jüngling, die Gesa Ufer im Studio begrüßte, mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach.

Mächtige Wasserdampfschwaden steigen aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks in Jänschwalde auf © dpa/Patrick Pleul
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Unterdessen haben Klimaforscher den Plan der deutschen Kohlekommission zum Ausstieg aus der Braunkohleverstromung als unzureichend kritisiert. 

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erklärte, dem Klima könne nur mit einem Mindestpreis für CO2-Emissionen wirklich geholfen werden. Wenn in Deutschland Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, kann das den Forschern zufolge dazu führen, dass der Strompreis steigt. Gleichzeitig könnten die Preise für Emmissions-Berechtigungen sinken.  

Beides könne zur Folge haben, dass Kohlekraftwerke in anderen Ländern ihre Produktion steigern und dort mehr Treibhausgase ausgestoßen werden.