Mo 13.01. 19:38
Live aus dem Babylon

Die Musikanalyse

Subterranean Homesick Blues von Bob Dylan

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Heute vor exakt 55 Jahren betrat Bob Dylan das Studio A der Columbia Recording Studios in New York City, um die ersten Songs für sein Album „Bringing It All Back Home“ aufzunehmen. Prof. Dr. hartmut Fladt anaylisert für uns den „Subterranean Homesick Blues“, die erste Singleauskopplung des legendären Albums. 

Subterranean Homesick Blues von Bob Dylan
Subterranean Homesick Blues von Bob Dylan | © CBS

Der Song gilt als ein Wendepunkt in Dylans Schaffen. Viele Fans empfanden den Einsatz elektrisch verstärkter Instrumente als Verrat an der Sache des gesellschaftskritischen Folk-Blues in der Nachfolge von Woody Guthrie und Pete Seeger. Aber an der notorisch schlecht gestimmten akustischen Gitarre und den angetauchten Sprechgesangs-Tönen von Bob hatte sich nichts geändert, auch nicht an den kommentierenden Mundharmonika-Einschüben; neu waren die wild wuchernden poetischen Assoziationen, wenige R&B&Rock-Einflüsse und der Sprechtonfall der Performance, der den frühen Rap vorwegnimmt. 

Im Vordergrund steht, wie fast immer bei Bob Dylan, der Text. Die Musik ist Transportmittel, auch äußerer Ordnungsfaktor der wildwuchernden poetischen Assoziationen. Das Gerüst aus den einfachsten Elementen des Blues wird ohne musikalische Varianten permanent wiederholt. Auch das originelle Video stellt allein den Text ins Zentrum. 

Subterranean Homesick Blues von Bob Dylan
CBS
Der Beitrag ist noch bis zum 13.01.2021 00:00:00 verfügbar.