Die Musikanalyse

Irgendwie, irgendwo, irgendwann von Nena

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Aus dem westfälischen Hagen kam Nena in den frühen 80ern ins wilde West-Berlin. Mit dem Allround-Musiker und Komponisten Uwe Fahrenkrog-Petersen und dem Musiker und Texter Carlo Karges war ihre Gruppe Mit-Begründerin der Neuen Deutschen Welle...

Sängerin Nena und Schlagzeuger Rolf Brendel 1984
Sängerin Nena und Schlagzeuger Rolf Brendel 1984 | © imago/Frinke

Es hagelte Hits wie die weltbekannten „99 Luftballons" und „Irgendwie, irgendwo, irgendwann". Die neuesten Errungenschaften der Studiotechnik boten weiche Klangbetten, die ihre Stimme sehr individuell abfederten. Nena kann auf eine sehr anmutige und charakteristische Weise nicht singen, ist dabei aber authentisch und glaubwürdig.

Ein realistisches „Prinzip Hoffnung", keine leere Schlager-Versprechung. Das Schloss ist aus Sand, Zärtlichkeit erscheint als Utopie. Mit der üblichen zusammenfassenden Coda geht der Song in seiner ungewissen Gewissheit zu Ende. Passt gut in die Corona-Zeit: irgendwie, irgendwo, irgendwann. Der Song endet nicht im lieblichen G-Dur, sondern in e-Moll und mit dem Rückgriff auf die bedrohliche Geräusch-Collage des Anfangs.

Der Beitrag ist noch bis zum 23.03.2021 00:00:00 verfügbar.