Die Musikanalyse

Hammers von Nils Frahm

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Nils Frahm ist als Pianist und Komponist der typische "Klang-Tüftler". Der Titel "Hammers" besagt, dass er diverse Tasteninstrumente bedient, bei denen Filz-Hämmer per Tastendruck auf Saiten oder – beim Fender-Rhodes-Piano – auf Metallplatten treffen.

Nils Frahm © radioeins/Schuster
Nils Frahm | © radioeins/Schuster

Selbstverständlich kommen Synthies und Sampling Keyboards mit Tasten dazu; sie werden sowohl live gespielt als auch mit vorprogrammierten Samples und Loops abgerufen. Gern werden Klangkaskaden von kleinsten Notenwerten erfunden, Patterns, die aber auch überraschend poetische und zarte Episoden erlauben. Sie schwanken zwischen Minimal Music und J.S.Bach.

Das Operieren mit minimalistischen Patterns hat hier in "Hammers" eindeutig ein Bach-Vorbild: Präludium D-Dur aus dem "Wohltemperierten Klavier I". Niels Frahm macht daraus ein sehr eigenständiges Stück, das beharrliche Konstanten hat; gleichzeitig aber "zaubert" er daraus einen großen musikalischen Reichtum und erzählt dramturgisch eine musikalische "Geschichte ohne Worte". Dass er sich hier nur auf den Flügel, das "Hammerklavier" beschränkt – allerdings mit unterschiedlichen Sounds und Artikulationen – hat für die Wirkung einen Konzentrations-Effekt.

Nils Frahm © radioeins/Schuster
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Der Beitrag ist noch bis zum 08.01.2019 00:00:00 verfügbar.