Die Musikanalyse

Be All Things von Chelsea Wolfe

Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt

Ist das dunkle Geraune von Dark Ambient und Gothik "Schnee vom vergangenen Jahr“, schwarz gewordener Schnee? Die Künstlerin aus Sacramento mischt gekonnt melancholisches Fingerpicking auf der akustischen Gitarre mit gepflegtem Pianospiel, einer ausdrucksstarken Stimme und einer Düsternis von schwarzen Elektronikwolken. Die klangsinnliche Musik überdeckt oft gnädig die flachen Gewässer einer gewollt tiefsinnigen apokalyptischen Philosophie.

Birth Of Violence von Chelsea Wolfe
Birth Of Violence von Chelsea Wolfe | © Sargent House

Die farbreiche und phantasievolle Musik, auch die differenzierte, ausdrucksvolle Stimme – beides hilft Prof. Dr. Hartmut Fladt über die doch sehr bemühten Gothic-Klischees hinweg, die aber zumindest auch den Zwiespalt im Lyrischen Ich beschreiben.

Das Dur am Schluss wird nicht als krachender Triumph inszeniert, sondern als leises, versöhnliches Versprechen.

Birth Of Violence von Chelsea Wolfe
Sargent House
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Der Beitrag ist noch bis zum 09.03.2021 00:00:00 verfügbar.