Interview & Livemusik

Olicía

Ein Flötensolo in einem Pop-Song ist nun wahrlich keine Alltäglichkeit – dass aber Olicía ein ebensolches in ihrer neuen Single "Préférences (Orange Version)" präsentieren, ist keineswegs das einzig Ungewöhnliche an den beiden.

Olicía © Marlene Rahmann
Olicía | © Marlene Rahmann

Ganz richtig: Olicía ist keine Einzelperson, die in der Tradition von beispielsweise Madonna, Cher, Lizzo (nebenbei bemerkt eine weitere große Flötistin unserer Tage) oder Beyonce auf "First name only"-Basis operiert, sondern ein Duo aus zwei Multiinstrumentalistinnen.

Anna-Lucia Rupp und Fama M’Boup heißen diese, und veröffentlichen nach zwei Singles nun im September ihr Debütalbum "Liquid Lines" – strenggenommen ein Doppelalbum, denn jedem Song stellen sie darauf eine komplett andere Version seiner selbst gegenüber.

Diese Besonderheit ergab sich wie von selbst aus der originellen Herangehensweise der beiden an ihre "handgemachte elektronische Musik". Denn ihre Stücke entstehen oft aus Improvisationen, häufig basiert auf spontan entstehenden Loops, die dann Schicht um Schicht zum fertigen Song ergänzt werden. Die Alternativ-Versionen zeigen, ein bisschen wie die Was-Wäre-Wenn-Maschine in der Zeichentrickserie "Futurama", wie diese Songs klingen könnten (bzw. klingen), wenn an dieser oder jener Stelle im Entstehungsprozess eine andere Abzweigung genommen, eine andere Entscheidung getroffen worden wäre.

Heute Abend gibt es im radioeins-Sommergarten im Frannz die Gelegenheit, diesem Prozess live beizuwohnen, denn Olicía werden nicht nur im Interview von sich erzählen, sondern auch einige Tracks vor Publikum zum Leben erwecken.

Olicía © Marlene Rahmann
Marlene Rahmann