Ausstellung

ğ – queere Formen migrieren

02. März bis 29. Mai 2017 im Schwulen Museum*

Die Gruppenausstellung „ğ – das weiche g“ im Schwulen Museum* versammelt zum ersten Mal in Deutschland Arbeiten, die den transkulturellen Austausch von LSBTIQ*-Menschen zwischen der Türkei und Deutschland, zwischen Berlin und Istanbul zum Inhalt haben und der künstlerischen Migration in allen Richtungen nachgehen. Sie spürt einem für Berlin typischen, queer-migrantischen Gemütszustand nach, den Emre Busse und Aykan Safoğlu im türkischen Buchstaben ğ veranschaulichen – auf Deutsch etwa „das weiche g“.

Cihangir Gümüştürkmen: Fatma Souad, 1997 Mischtechnik, Öl und Papier auf Leinwand, Courtesy of Ulaş und Koray Yılmaz-Günay | Bildquelle: Schwules Museum*
Cihangir Gümüştürkmen: Fatma Souad, 1997 Mischtechnik, Öl und Papier auf Leinwand, Courtesy of Ulaş und Koray Yılmaz-Günay | Bildquelle: Schwules Museum* | © Courtesy of Ulaş und Koray Yılmaz-Günay

Busse und Safoğlu stammen aus Istanbul und beschäftigen sich in ihrer künstlerischen und kuratorischen Praxis mit queerer Migration, mit marginalisierten sexuellen Identitäten und Körperpolitiken.

Der Buchstabe ğ wurde 1928 mit der Schriftreform ins türkische Alphabet aufgenommen, von der an Türkisch mit dem lateinischen Alphabet geschrieben wurde. ğ sollte den im Osmanischen häufig vorkommenden arabischen Laut „Ghain“ wiedergeben, für den es im lateinischen Alphabet keine Entsprechung gibt. Es entstand eine im Türkischen beispiellose hybride Form, deren einzige Funktion ist, den vorherigen Vokal zu dehnen – analog dem Dehnungs-h im Deutschen. Der Buchstabe steht nie am Wortanfang und wird nie großgeschrieben. „ğ ist ein östlicher Laut, der in eine westliche Form schlüpft“, so die Kuratoren.

Über die Ausstellung "ğ – queere Formen migrieren" im Schwulen Museum* spricht Marion Brasch mit dem Kurator Aykan Safoğlu und der Autorin Gülây Akın, die am Rahmenprogramm der Ausstellung teilnimmt.

Courtesy of Ulaş und Koray Yılmaz-Günay
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Quelle: Schwules Museum*