Berliner Verlagspreis 2020

Zur Historie und Bedeutung des Verlagspreises

Interview mit Klaus Lederer und Ramona Pop

Eine Krise, wie die Corona-Pandemie, ist eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Das kulturelle Leben und literarische Schaffen sind ein wichtiger Pfeiler in der Bewältigung dieser Krise: Denn wo lassen sich die Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen und ein kreativer, freier Diskurs besser verorten als in der Vielfalt der Bücher? Die Bibliodiversität schafft einen geistigen Raum, der allen offen steht.

Klaus Lederer (Die Linke) und Ramona Pop (Bündnis 90/ Die Grünen)
Klaus Lederer (Die Linke) und Ramona Pop (Bündnis 90/ Die Grünen) | © imago images/Christian Ditsch/Reiner Zensen/dpa/Britta Pedersen

Die Verlagshauptstadt Berlin zeichnet sich durch ein facettenreiches literarisches Leben aus, das durch die Corona-Pandemie dramatisch eingeschränkt wird: Literatur gemeinsam erleben ist – wenn überhaupt – nur im Netz möglich, die Sichtbarkeit von Büchern ist krisenbedingt eingeschränkt, Verlagsprogramme werden auf den Prüfstand gestellt und gekürzt. Unabhängige Verlage sind von diesen Auswirkungen besonders stark betroffen. Sie veröffentlichen Bücher unter einem hohen wirtschaftlichen Risiko und setzen sich leidenschaftlich für eine Literatur ein, die auch jenseits von Bestsellerlisten und marktgängigen Formaten ihren Ort hat.

So ist der Berliner Verlagspreis 2020 wichtiger denn je: Die drei mit insgesamt 68.000 Euro dotierten Berliner Verlagspreise verstehen sich als Unterstützung der gesamten Berliner Verlagslandschaft – verhelfen sie doch allen Verlagen in Deutschlands größter Verlagsstadt zu mehr öffentlicher Sichtbarkeit.

Auch der Berliner Verlagspreis 2020 wird verdeutlichen, dass Berliner Verlage oft als Initiatoren von ästhetischen, thematischen und herstellerischen Innovationen von sich reden machen. Dass sie mit ihren Büchern gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Diskurse anfeuern und befördern.

Knut Elstermann spricht darüber mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und Kultursenator Klaus Lederer.

Klaus Lederer (Die Linke) und Ramona Pop (Bündnis 90/ Die Grünen)
imago images/Christian Ditsch/Reiner Zensen/dpa/Britta Pedersen
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Im vergangenen November ging der Hauptpreis zu gleichen Teilen an den Berenberg Verlag und den Verbrecher Verlag, mit den Förderpreisen wurden KOOKbooks und die edition.FOTOTAPETA ausgezeichnet.