Ausstellung

Till Brönner als Fotograf

ab 14. September bis 26. Oktober in der Salon-Galerie von Alexander Ochs

Till Brönner, 1971 in Viersen geboren, ist einer der bekanntesten und vielseitigsten Jazz–Trompeter in Europa. Der Villa Massimo Stipendiat und Professor für Jazz und Pop an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weberin Dresden veröffentlichte sein erstes Album Generations of Jazz als 22-Jähriger und konnte schon damals Künstler wie Ray Brown oder Frank Chastenier für seine Produktion gewinnen. Weitere Kooperationen mit Jazzgrößen wie Dave Brubeck oder Klaus Doldinger sowie der legendären Hildegard Knef folgten.

Till Brönner im radioeins Studio
Till Brönner im radioeins Studio | © radioeins/Saupe

Beeinflusst durch eine Begegnung mit dem großen amerikanischen Jazz-Fotografen William Claxton begann Brönner zu fotografieren und es lag für ihn nahe, dass er Musiker, wie den südafrikanischen Trompeter und Sänger Hugh Masekela vor die Linse seiner Leica ‚M‘ Kamera holte. So entsteht 2009 in Paris die erste veröffentlichte Fotografie, ein Portrait des Anti- Apartheid Kämpfers, ein offenes Gesicht, in dem sich Schmerz und Freude mischen, und gleichzeitig ein nahbares Bild, das viel über Brönner erzählt.

Wie auch in seiner Musik bleibt er immer ein zugewandtes ‚Gegenüber‘, die Kamera scheint die Distanz zum fotografierten Motiv aufzugeben und verletzt dabei nie die Grenzen desselben.

Dies gilt auch und umso mehr für die 185 Bilder, die der Künstler derzeit in seiner Solo-Ausstellung Melting Pott im Duisburger Museum Küppersmühle zeigt. Rund ein Jahr tauschte Brönner die Trompete mit der Kamera und bereiste das Ruhrgebiet. In einem Interview mit Jens Hinrichsen in der monopol spricht Brönner über seine dortige Arbeit und zitiert den Bullshit-Filter: „Da wird gecheckt, ob du echt bist und Gutes im Schilde führst… im Stollen kann ein Arschloch hundert Leute ins Verderben reißen… ich will nicht sagen, dass es im Ruhrgebiet keine gibt – aber es lohnt sich nicht, dort ein Arschloch zu sein.“

Die erste Berliner Solo-Präsentation in der Salon–Galerie von Alexander Ochs trägt den schlichten Titel TILL BRÖNNER – BILDER. Präsentiert werden neben Portraits von Künstlern und Musikern, wie dem hier beschriebenen ‚ersten Bild‘ von Masekela, Architekturen und abstrakte Arbeiten aus dem Ruhrgebiet sowie Fotografien, die auf Reisen in China und den USA entstanden.

Die zwischen Till Brönner und Alexander Ochs kuratierte Werkauswahl ist einem Soundtrack nicht unähnlich und zeigt einen exklusiven Einblick in das nun zehnjährige Bildschaffen des vielseitigen Künstlers.

Als Trompeter macht der Künstler Till Brönner Musik. Als Fotograf macht er Bilder.
Die man sehen und hören kann. Auf radioeins haben wir mit ihm darüber gesprochen...

Till Brönner im radioeins Studio
radioeins/Saupe
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