Das Lyriktelefon

Stuttgarter Schauspieler lesen Lyrik am Telefon

Lyrik per Telefon - das Schauspiel Stuttgart belebt in Kooperation mit dem
Deutschen Literaturarchiv Marbach eine alte Theatertechnik wieder: Theater bzw. Lesung per Telefon zum Zuhörer nach Hause - das Lyriktelefon.

Schauspielerin Katharina Hauter am Lyriktelefon © Björn Klein
Schauspielerin Katharina Hauter am Lyriktelefon | © Björn Klein

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Théâtrophoneberühmt: Mit Hilfe des Telefons wurden damals Opern- und Theateraufführungen in die Salons des Pariser Bürgertums übertragen – live. Nicht nur der Schriftsteller Marcel Proust gehörte zu den begeisterten Zuhörern dieses telefonischen Theaters. Dial-A-Poem nannte der amerikanische Performancekünstler und Lyriker John Giorno 1968 seine Aktion, bei der auf Tonbändern aufgenommene Gedichte telefonisch abgehört werden konnten.

In Zeiten reduzierter sozialer Kontakte, in denen Bühnen geschlossen sind, hat das Schauspiel Stuttgart das Telefon als künstlerisches Medium wiederentdeckt. Am Lyriktelefon lesen Ensemblemitglieder Zuhörerinnen und Zuhörern live Gedichte vor. Der Fernsprecher imaginiert persönliche Anwesenheit. So werden die eigenen vier Wände zum Raum für Fantasien, ja zur Bühne.

Silke Super sprach darüber mit dem Schauspieler Martin Bruchmann.

Quelle: Schauspiel Stuttgart