Festival | Studio Я

Pugs in Love - Queer Week

Perverse und Gefährdete (PUGs) aus aller Welt feiern seit Jahren in Berlin die Differenz als Lebensform. Doch spätestens seitdem der Bundestag die Ehe für alle beschlossen hat, droht eine schleichende Normalisierung der Unangepassten. Homos können heute vermeintlich alles werden, sogar Chefs rechtsextremer Parteien. Klar, dass diese Sehnsucht nach Anerkennung von der "breiten Mitte" bis Rechtsaußen von all jenen gestört wird, die noch nie normal sein wollten.

Die dritte Ausgabe von PUGS IN LOVE läutet Mitte Juni die Pride-Saison ein und beschließt die Spielzeit im Studio Я © Maxim Gorki Theater
Die dritte Ausgabe von PUGS IN LOVE läutet Mitte Juni die Pride-Saison ein und beschließt die Spielzeit im Studio Я | © Maxim Gorki Theater

Maximale Auffälligkeit zu erzeugen für Lebensweisen, die nicht dem Mainstream entsprechen, war einmal das Ziel der ersten Pride-Proteste, die 1969 in der New Yorker Christopher Street begannen. Und genau darum geht es auch beim LGBTTIQ*-Festival PUGS IN LOVE: um die Sichtbarmachung perverser Lebensrealitäten.

"Pervers" ist lateinisch und heißt, wie das ursprünglich aus dem Althochdeutschen stammende "queer": "verdreht", "verkehrt", "verquer". Und wer als verquer gilt, ist nach wie vor gefährdet.

Das Festival präsentiert vom 12. bis 15. Juni 2019 im Studio Я des Maxim Gorki Theaters künstlerische Arbeiten über Sex aus Protest und Verlangen als soziale Praxis, über die Un-/Sichtbarkeiten stigmatisierter Körper und die Überwindung von Queer Colonialism.

Marion Brasch sprach darüber mit den Zeitzeugen Bettina Dziggel (Lesbisch-Schwule Liebe und Emanzipation in Ost-Berlin - 1972 bis zum Mauerfall) und Dieter Telge (Zwischen autonom und integriert – schwul und tuntig in West-Berlin - späte 70er bis späte 90er).

Die dritte Ausgabe von PUGS IN LOVE läutet Mitte Juni die Pride-Saison ein und beschließt die Spielzeit im Studio Я © Maxim Gorki Theater
Maxim Gorki Theater
Download (mp3, 15 MB)


Quelle: Maxim Gorki Theater