Dokumentarfilm

"Anmaßung"

Wir sprechen mit dem Filmemacher Chris Wright

Wie stellt man sich einen Mann vor, der gemordet hat? Wie würde man ihm gegenübertreten? Könnte man sich auf ihn einlassen? In ihrem Dokumentarfilm gehen die Filmemacher Chris Wright und Stefan Kolbe diesen Fragen anhand der Geschichte des Mörders Stefan S. nach.

Chris Whright © radioeins/Cora Knoblauch
Chris Whright | © radioeins/Cora Knoblauch

Der sitzt in einem Brandenburger Gefängnis, lebenslang, Freigang ist möglich, die Entlassung auf Bewährung eine Perspektive, obwohl die Schuld schwer wiegt. Nachdem er sie gestalkt hatte, tötete Stefan S. eine Arbeitskollegin. Das löst Unbehagen aus. Wer beschäftigt sich gern mit einem Verbrecher? Wer möchte ihn überhaupt sehen?

Die schwierigen Facetten menschlicher Existenz abzuspalten war noch nie Chris Wrights und Stefan Kolbes Sache. Und so sehen die Filmemacher hin, obwohl sich Stefan S. entzieht. Ersatz für das abwesende Tätergesicht finden sie, indem sie einer Handpuppe und zwei Handpuppenspielerinnen das Feld überlassen.

Der Film hat bei der Berlinale Premiere gehabt und ist jetzt online zu sehen.

Chris Whright © radioeins/Cora Knoblauch
radioeins/Cora Knoblauch
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Szene aus dem Film "Anmaßung"
Szene aus dem Film "Anmaßung" | © GMfilms / Michael Höfner