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Neues Speichermanagement bei Apple verärgert Kunden

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Können Sie Multitasking? Also mehrere Dinge wirklich parallel tun? Ja? Dann haben Sie sogar modernster Hardware einiges voraus.

Tim Cook, Geschäftsführer von Apple, stellt neue Apple-Produkte vor
Tim Cook, Geschäftsführer von Apple, stellt neue Apple-Produkte vor | © dpa

Die neuesten Apple-Geräte, also iPhones und iPads, haben beim Speichermanagement mit der aktuellsten Software Probleme. Das treibt die sonst so folgsamen Applejünger zur Weißglut. Apple bekommt darum gerade richtig Gegenwind, vielleicht kann man noch nicht von Shitstorm reden, also noch nicht.

Was da los ist und ob alle iPhone-Besitzer betroffen sind, das weiß Sven Oswald.

Was war nochmal Multitasking?


Um im Computerjargon zu bleiben, die Fähigkeit mehrere, also multi Dinge, so genannte Tasks, parallel machen zu können, ganz wirklich oder zumindest so zu tun als könnte man das.

Und das können aktuelle Applegeräte nicht?


Theoretisch schon, aber dank des radikalen Speichermanagements im aktuellen iOS 13.2 aktuell so gar nicht. Eigentlich ist Speichermanagement zu Zeiten von unzähligen geöffneten Apps ne wirklich sinnvolle Sache. Denn jedes Stückchen Software, das im Hintergrund rödelt braucht Arbeitsspeicher, Rechenleistung und Akkustrom, aber die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Im Hintergrund alles abzuschalten, ist einfach keine gute Lösung, wenn man Wert auf das Wohlbefinden der eigenen Kunden legt.

Wie genau merke ich denn diese Neuerungen?


Ich mache was, öffne ne andere App, oder Safari um wir ne Infos zu suchen, gehe zurück in die ursprüngliche app und die ist entweder eingefroren, abgestürzt oder schlichtweg beendet worden und zwar innerhalb von Sekunden. Wenn ich in meiner Amazon-App eine Suche eingebe, kurz mal was in Safari mache und zurückgehe, ist die letzte Ansicht weg und ich fangen bei null an. Videos auf YouTube merken sich beim Verlassen des Tabs nicht mehr, wo ich war, sondern starten bei Rückkehr neu und vieles vieles nerviges mehr.

Das ist ärgerlich, wie reagiert denn Apple auf das User-Feedback?


Naja es ist Apple, also bisher gar nicht, zumindest nicht vernehmbar. Dabei sind es vor allem Entwickler, die Sturm laufen, weil sie eben ihren Usern keine gute Nutzerfahrung mehr bieten können, wenn die Apps jedes Mal beendet werden, wenn man mal kurz was anderes macht.

Was kann ich denn als User tun?


Wenn ich iOS 13.2 schon installiert habe, eigentlich nichts, außer warten. Wenn ich noch eine ältere Version nutze, das Update so lange wie möglich hinauszögern, bis Apple da nachgearbeitet hat. Ansonsten gilt, erstmals eins fertig machen und dann mit was neuem anfagen. Blöd nur, wenn mal einer anruft, denn das ist ja auch ein neuer Task!