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Microsoft stellt Support für Windows 7 ein

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Wer auf seinem Computer noch immer das weit verbreitete Betriebssystem Windows 7 nutzt, könnte jetzt ein Sicherheitsproblem haben. Grund ist, dass der Aktualisierungsservice von Microsoft gestern ausgelaufen ist. Damit entfallen die gewohnten Updates, was zu Sicherheitslücken auf den Computern und Laptops führt.

Windows 7 läuft auf einem Computer © radioeins/Chris Melzer
Windows 7 läuft auf einem Computer | © radioeins/Chris Melzer

Seit gestern hat Microsoft den Support für Windows 7 eingestellt, das betrifft Privatcomputer genauso, wie Behörden. In Berlin laufen noch rund 20.000 Computer mit Windows 7, seit gestern ohne Support.

radioeins-Multimedia-Experte Sven Oswald berichtet darüber.

Windows 7 läuft auf einem Computer © radioeins/Chris Melzer
radioeins/Chris Melzer
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Lass uns das Thema, das dieser Tage überall rumgeistert, nochmal von der Pike auf erklären: Was genau heißt eigentlich Support bei einem Betriebssystem?

Das bedeutet, dass ein Mitarbeiterteam dafür zuständig ist, nach Sicherheitslücken Ausschau zu halten bzw. solche, wenn sie denn auftauchen, zu stopfen. Eine Sicherheitslücke ist nicht zwingend ein Fall von schlampig programmiert, viele treten erst im Zusammenspiel mit anderer Software auf, das kommt häufiger mal vor, zum Beispiel wenn man ein neues Programm installiert, bemerkt und damit ausgenutzt werden nicht alle Sicherheitslücken, sie sind eher eine potenzielle Gefahr, da wird der Service dann vorsichtshalber aktiv.

Und was, wenn der eingestellt wird?

Dann wird nicht mehr Ausschau gehalten und gefundene Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen, eventuelle Einfallstore für Schadsoftware bleiben offen und Probleme und Fehler, die im Zusammenspiel mit anderen Programmen auftauchen werden, nicht behoben.

Wie groß ist das Risiko, dass ein Rechner mit Windows 7 angegriffen wird?

Das ist nicht so ganz einfach zu beantworten, denn auch wenn es noch viele Rechner sind, die mit Windows 7 betrieben werden, die meisten laufen auf Windows 10, da ist also viel mehr zu holen für Cyberkriminelle. Andererseits stehen Sicherheitslücken bei Windows 7 lange offen, man kann also lange tüfteln, um diese auszunutzen. Es ist auf jeden Fall ein Risiko, das man nicht eingehen sollte, Privatanwender sollten spätestens jetzt wechseln, es geht ja auch um Performance und Geschwindigkeit.

Und was bedeutet das für die Verwaltung?

Eigentlich würde das bedeuten, dass sie ein durchaus interessantes Ziel für Cyberkriminelle abgeben würde, aber hier wurde ja sehr teurer Sondersupport zugekauft, Sicherheitslücken werden also auch in 2020 noch geschlossen.

Warum stellen Firmen wie Microsoft überhaupt den Service für Betriebssysteme ein, wenn die noch so vielfältig genutzt werden?

Zwei Gründe, erstens wollen sie neuere Software verkaufen und wenn jemand von Windows 7 auf Windows 10 umsteigt, bedeutet das Umsatz. Viel wichtiger ist aber, dass jede Firma ja nur einen gewissen Stamm an Mitarbeitern hat und wenn die sich um ganz wenige Betriebssysteme kümmern, kriegen sie die schön sicher und schnell wenn sie sich aber parallel um viele Betriebssysteme kümmern müssen, wird es sehr aufwändig und irgendwann unwirtschaftlich, Das macht aber nicht nur Microsoft so auch beispielsweise Apple ist bekannt dafür ganze Rechner zum Wegschmeißen zu verdammen weil es einfach keine alten Betriebssysteme mehr gibt.