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Google kappt Huawei-Zugang zu Google Diensten und Android

Web, Mobile, Social Media

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei muss umdenken. Der US-Internet- und Softwarekonzern Google hat angekündigt, Huawei künftig nicht mehr vollwertig mit seinem Handy-Betriebssystem Android auszurüsten.

Google sperrt Android-Updates und den Play Store für Huawei © imago images/A. Friedrichs
Google will Android-Updates und den Play Store für Huawei sperren | © imago images/A. Friedrichs

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei ist dem amerikanischen Präsidenten schon länger ein Dorn im Auge, einerseits der Handelsstreit mit China und dann auch noch Spionagevorwürfe gegen Huawei und die Einstufung des Telekommunikationskonzerns als nationales Sicherheitsrisiko.

Nun beugt sich Google dem jüngst erlassenen Dekret von US-Präsident Donald Trump und will die Geschäftsbeziehungen zu Huawei einstellen und dem chinesischen Smartphone-Anbieter damit den Zugang zu wichtigen Technologien, wie dem Betriebssystem Android, entziehen. Das dürfte weitreichende Folgen für Huawei-Nutzer haben.

Allerdings haben die USA einige Einschränkungen für Huawei vorerst gelockert. Das Unternehmen darf nun doch noch drei Monate lang amerikanische Produkte kaufen, wie das Handelsministerium in Washington erklärte. Damit kann Huawei seine bestehenden Netze unterhalten und Software-Updates für die Smartphones beziehen.

radioeins-Multimedia-Experte Sven Oswald berichtet darüber.

Google sperrt Android-Updates und den Play Store für Huawei © imago images/A. Friedrichs
imago images/A. Friedrichs
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Was bedeutet das für alle, die ein Huawei-Smartphone haben?


Die dürften erstmal einen Schreck gekriegt haben, denn Anfang der Woche hieß es noch, dass auf allen Huawei Geräten das Betriebssystem nicht mehr mit Sicherheitsupdaten versorgt wird sowie alle Google-Anwendungen von den Smartphones gelöscht werden.

Worum genau handelt es sich da?


Umso essenzielle Dinge wie Google Mail, Google Drive aber auch Google Maps und zum Beispiel auch YouTube.

Damit wären die Smartphones deutlich weniger nutzbar, aber erstmal wurde die Sache von ganz oben etwas entschärft, oder?


Ja, erstmal 90 Tage Schonfrist, außerdem die Ansage, dass alle bereits verkaufen Smartphones weiter alle Apps nutzen dürfen, aber auf der jeweiligen Android-Version stehen bleiben. Ob sich da in den kommenden drei Monaten noch was ändert, müssen wir erstmal abwarten. Aktuelle Besitzer brauchen also erstmal nicht allzu viel Sorge haben, dass ihr Huawei-Smartphone unbrauchbar wird.

Und was ist mit all jenen, die zum Beispiel gerade einen Vertrag verlängern und darüber nachdenken ein Huawei-Handy zu kaufen? Weil schlecht sind die Geräte ja nicht!?


Nein, das sind teilweise echte Top-Smartphones, trotzdem würde ich aktuell empfehlen noch zu warten, denn neue Handys dürfen die Google-Apps eben nicht enthalten, das muss entweder noch geändert werden oder es muss Alternativen geben, die auch gut funktionieren.

Warum das Zurückrudern bzw. entschärfen von Donald Trump?


Naja ich denke, ihm war nicht klar, was das bedeutet, wenn er seinen amerikanischen Konzernen verbietet mit chinesischen Kommunikationsunternehmen zusammenzuarbeiten. Nämlich wirklich weltweite Folgen und darum erstmal die Schonfrist und hoffentlich sinnvolle Überlegungen, wie man da die Kuh vom Eis bekommt.