Total NET - radioeins online onair

Amazon-Marketplace: Rätselraten um unbestellte Pakete - Händler verschenken Produkte

Web, Mobile, Social Media

Wir alle lieben Pakete. Ist doch toll, wenn endlich zu Hause ankommt, was man bestellt hat und worauf man sehnsüchtig gewartet hat.

Ein Postbote mit Amazon-Paketen © imago/STPP
Ein Postbote mit Amazon-Paketen | © imago/STPP

Noch besser wäre es ja eigentlich nur Pakete zu bekommen, die man gar nicht bestellt hat und die man dann nicht mal bezahlen muss. Zu schön, um wahr zu sein? Nein, genau das gibt es gerade und zwar en Masse! Viele Bundesbürger bekommen Pakete, die sie nicht bestellt haben, mit Dingen die sie nur manchmal brauchen und wissen nicht weiter.

Sven Oswald berichtet darüber.

   

Also was tun, wenn so ein Paket kommt, also eins, das ich nicht bestellt habe?


Kurz mal im Amazon-Konto gucken, ob es da eventuell durch einen Fehler als bestellt auftaucht, und falls nicht: einsacken, behalten, verschenken, dran freuen oder entsorgen.

Und das ist legal?


Ja, denn das ist quasi ein Geschenk und nicht mal nachvollziehbar, woher es kommt. Zurückschicken ginge eh nicht.

Und was ist da so drin?


Zeug, also von Ferngläsern hörte man, Sexspielzeug, Mausefallen, Wasserqualitätsmessgeräte, sogar Smartphones - also willkürlich zusammengewürfelte Dinge, die willkürlich in Deutschland rumgeschickt werden

Warum? Wer macht denn sowas?


Und da wird es rätselhalft: die Verbraucherzentrale in NRW hat schon viele Fälle und ein paar spannende Thesen:

  1. Es handelt sich ja nicht um Amazon direkt, sondern um Marketplace-Händler. Die eröffnen jetzt quasi mit meinem Namen ein Konto, schicken mir das Zeug für umsonst, tun mir auch nix – können dann aber ihren Shop bewerten und steigen allgemein im Verkaufsranking.

  2. Es handelt sich um Händler aus China bzw. Fernost, die ihre bei Amazon angemieteten Lager in Europa leeren wollen und da das zurückschicken nach China teurer wäre, wird fleißig verschenkt.

  3. Es fällt auf, dass unverhältnismäßig oft sogenannte Influencer, YouTuber, Blogger und so in den Genuss kostenloser Dinge kommen. Hier liegt also nahe, dass man wohl hofft, dass die dann über die geschenkten Produkte in ihren Kanälen reden und man so quasi kostenlose Werbung bekommt – für diese These sind jedoch meines Erachtens die Gegenstände zu willkürlich, KEIN Gaming-YouTuber wird über ein Wasserqualitätsmessgerät reden.

Egal, es gibt Geschenke. Auch wenn aktuell nicht mal die Verbraucherzentralen wissen, wie wir damit umgehen sollen. So wenig sind wir noch dran gewöhnt, dass uns einfach einer mal was schenkt.