Alles andere als pille-palle

Kinderbücher über Trennung

Kinderbücher mit Wiebke Keuneke

Seit mehr als einem Jahr Pandemie gibt es Lockdowns, Doppel- und Dreifachbelastungen durch Homeoffice und Homeschooling.

Kinderbücher zum Thema Trennung
Kinderbücher zum Thema Trennung | © Keuneke

Diese Umstände zeigen Probleme, die es schon vor Corona in Beziehungen gab, wie durch eine Lupe. Und manche Elternpaare, entscheiden sich dann für eine Trennung. Und auch zu diesem Thema gibt es Kinderbücher.

Wiebke Keuneke hat Kinderbücher dazu rausgesucht und stellt sie vor.

Diese Bücher können wie ein Gesprächsöffner zwischen Eltern und Kindern helfen. Z.B. das Buch „Wir sind immer für dich da“ – mit so traurig-schönen Sätzen wie „“Doch Ole konnte nicht aufhören zu weinen, was wenn aus seinen Tränen ein riesiger See geworden wäre? Und Mama, Papa und Ole wären einfach auf dem Bett sitzen geblieben, hätten sich festgehalten und wären davongesegelt? Gemeinsam! Wäre dann alles wieder gut gewesen?“ In dem Buch geht es um einen wichtigen Knackpunkt, nämlich die Angst des Kindes Ole, dass sich Mutter und Vater auch von ihm trennen könnten, wenn sie sich zu viel streiten. Das Besondere an dem Buch ist „ein Nachwort von einem Therapeuten mit Tipps für die Eltern.“

Tilda und der Duft der Welt
Tilda und der Duft der Welt | © Peter Hammer Verlag

Das klingt tatsächlich ja nach sehr praktischen Ratschlägen. Ein Buch liegt hier mit dem schönen Namen „Tilda und der Duft der Welt“.

Genau die kleine Tilda liebt den Geruch von einem heißen Stein, der nass ist von einem Sommerregen, oder von Muskatnuss im Kartoffelbrei bei ihrer Mama. Und sie liebt ihren Papa. Allerdings hat der eine sehr schwer Zeit sich an die Trennung zu gewöhnen, räumt in seiner Wohnung die Umzugskisten nicht aus – und lüftet nicht, darum müffelts dort immer, wenn Tilda ihn besucht – und genau darum geht’s, dass es nämlich auch passieren kann, dass ein Elternteil erstmal nicht so mit der Veränderung klar kommt. Am Ende wird hier alles gut insofern, dass sich der Papa einen Hund anschafft, der ihm wieder Struktur gibt – und er sein Leben wieder anpackt.

Wenn es am Ende einer Trennung ein Hund auf einer Seite gibt, das würden sicherlich viele Kinder lieben. Übrigens: Sie müssen jetzt nicht alles mitschreiben, alle Buchempfehlungen stellen wir natürlich auch online auf radioeins.de „Alle zwei Wochen“ heißt ein ganz kleines Buch, da ahnt man schon, worum es geht.

Alle zwei Wochen
Alle zwei Wochen | © tulipan

Natürlich darum, dass nach der Scheidung Martha ihren Vater nur noch alle zwei Wochen sehen darf und sie damit aber gar nicht glücklich ist. Und das ist das eigentliche Problem um das es geht, nämlich das Mitspracherecht von „Scheidungskindern“, denn ja so eine Trennungszeit ist für alle Beteiligte schwierig, aber besonders für die Kinder. Sie können nichts weiter als zusehen wie ihr Leben sich grundlegend verändert, richtig teilhaben dürfen sie nicht sondern sie müssen sich den Entscheidungen ihrer Eltern größtenteils fügen. Wie sie sich damit fühlen und wie sie damit umgehen, darum geht’s in dem Buch.

Das Gute daran: Bei Mama und bei Papa
Das Gute daran: Bei Mama und bei Papa | © Tyrolia

Puh ja, eine komplizierte Situation. Das letzte Buch heißt „Das Gute daran“

Das nimmt die Perspektive ein, wenn ein wenig Zeit vergangen ist und auf beiden Seiten der Eltern vor allem die Geborgenheit stimmt, kann man einen Blick wagen auf das Gute Daran, der Klassiker: die zwei Kinderzimmer, der doppelte Urlaub, die bewusste Zeit, die sich die Eltern für das Kind nehmen.

Online stelle ich zusätzlich auch noch richtige Teenage- und Jugendromane vor, die sich mit Familiengeschichten beschäftigen, mal ist es Scheidung, mal geht es um Pflegeeltern oder auch den Tod eines Elternteils.

Jugendbücher zum Thema Trennung
Jugendbücher zum Thema Trennung | © Keuneke

Bücherliste


Wir sind immer für Dich da – wenn Mama und Papa sich trennen
Von Harriet Grundmann und Marc-Alexander Schulze, Coppenrath Verlag, 15,00 Euro

Tilda und der Duft der Welt Von Karin Koch und Iris Wolfermann, Peter Hammer Verlag, 9,90 Euro

Alle zwei Wochen Von Jutta Nymphius und Katja Spitzer, Tulipan Verlag, 10,00 Euro

Das Gute Daran Von Anne Rickert und Sabine Heine, Tyrolia Verlag, 16, 95 Euro

Fünf sind sechs zu viel Von Anja Hitz, Carlsen Verlag, 7,99 Euro

Ein Bruder zu viel Von Linde Hagerup, Gerstenberg Verlag, 14,95 Euro

Tomaten mögen keinen Regen, Von Sarah Michaela Orlovský, Tyrolia Verlag, 14,95 Euro

Die Unausstehlichen & ich – Das Leben ist ein Rechenfehler Von Vanessa Walder, Loewe Verlag, 12,95 Euro