Das Vinyl der Woche

Traffic S/T

Nachdem das 19jährige Wunderkind Steve Winwood 1967 nach drei LPs die Spencer Davis Group verließ, die sein Vater für ihn und Bruder Muff 1963 um den Deutschlehrer Spencer Davis als Aufpasser für die Minderjährigen gemeinsam mit Pete York kreierte, gründete er mit Dave Mason (Gitarre), Chris Wood (Flöte/Saxophon) und dem Multiinstrumentalisten Jim Capaldi Traffic, um zu neuen musikalischen Ufern aufzubrechen.

Traffic S/T
Traffic S/T | © Island Records

„Mr. Fantasy“ erntete positive Kritiken in der internationalen Musikpresse, die Singles „Paper Sun“ und „Hole In My Shoe“ feierten Chart-Erfolge. Das zweite unbetitelte Album sollte bereits das letzte der Zusammenarbeit von Winwood und Mason sein. Kurz nach Beendigung der Aufnahmen verließ Mason die Band, wurde zunächst wieder zurückgebeten, um schließlich während der anschliessenden Promotiontour von den drei übrigen Mitgliedern rausgeworfen zu werden.

Die zuvor kongeniale Zusammenarbeit aller Bandmitglieder führte zu unvergleichlichen Songs wie „You Can All Join In“, „Pearly Queen“, „Forty Thousand Headmen“ oder „Feelin‘ Alright“, Klassiker, die sich noch heute z.T. im Solorepertoire von Winwood und Mason wiederfinden. Psychedelische Anklänge wie auf „Mr. Fantasy“ waren auch auf „Traffic“ noch zu hören, das Schwergewicht lag aber auf dem von Winwood favorisierten Bluesrock mit Folkeinflüssen.

Produziert wurde das Album von Jimmy Miller, berühmt durch seine Arbeiten mit den Rolling Stones. Der Abgang von Dave Mason setzte der Band letzten Endes aber doch zu. Es kam zum Bruch und Steve Winwood spielte 1969 mit Eric Clapton, Ginger Baker und Rick Grech das legendäre Album „Blind Faith“ ein. Die Supergroup hielt nicht und bereits 1970 traf sich Winwood wieder mit Traffic im Studio zu den Arbeiten an „John Barleycorn Must Die“.

Bernd Buchrucker und Thomas Eicher (Rocksteady Records)

Traffic S/T
Island Records
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Sebastian Hinz

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Thorsten Pfeiffer

Der Beitrag ist noch bis zum 16.06.2022 00:00:00 verfügbar.