High Fidelity

God Don't Make No Junk von The Halo Benders

Vorgestellt von Sebastian Hinz (hhv Records)

1994 ist der große Seattle-Hype mit einem Knall zu Ende gegangen. Kurt Cobain war tot. Alles war zu groß, zu viel, zu irreal...

God Don't Make No Junk von The Halo Benders
God Don't Make No Junk von The Halo Benders | © K

Das kreative Zentrum der Rockmusik im Bundesstaat Washington lag eh eigentlich in Olympia, einer Kleinstadt von nicht mal 50.000 Einwohnen, nur 1 Autostunde entfernt. Das wussten die einstigen Protagonisten. Courtney Love sang in „Rock Star“ darüber, in Olympia zur „Schule“ gegangen zu sein; Kurt Cobain stach sich das Tattoo des dort ansässigen Labels K Records auf den Unterarm, um sich zu erinnern, wo er einst herkam.

Olympia war das Zentrum der DIY-Bewegung. Calvin Johnson hatte mit seinem 1982 gegründeten Label K Records und seiner Band Beat Happening daran Einfluss. Das Label verhalf Bands wie Modest Mouse, The Microphones und Built To Spill zum Start. In seinem Dub Narcotic Studio nahm 1993 ein gewisser Beck sein Album „One Foot In The Grave“ auf. Parallel startete die Riot Grrrls um lokale Bands wie Bikini Kill, Bratmobile, Heavens to Betsy.

Lange Einleitung, kurzer Sinn: Olympia war 1994 der Kontrapunkt zur großen Nachbarstadt Seattle und bei Calvin Johnson liefen einige Fäden zusammen. Nun hatte er auch noch ein neues Projekt am Start: The Halo Benders. Zusammen mit Gitarrist Doug Martsch und Schlagzeuger Ralf Youtz, die mit Built To Spill gerade ihr Debüt veröffentlicht hatten und Steve Fisk, mehr Produzent als Musiker, machte in den späten Achtzigern für Nirvana und Soundgarden den Sound.

Ihr im Juni 1994 veröffentlichtes Album „God Don’t Make No Junk“ war die unprätentiöse Antwort auf den immer monumentaler werdenden Rock-Sound der Zeit. Es wurde Teil des „Lo-Fi“-Genres für den damals Bands wie Guided By Voices und Pavement standen. Es klingt, als würde man Beat Happening und Built To Spill matchen. Es lebt von dem gemeinsamen Gesang von Doug Martsch und Calvin Johnson. Mit „Don’t Touch My Bikini“ war auch ein kleiner Hit drauf. Trotzdem fand es nicht die große Aufmerksamkeit. Schade eigentlich. Jetzt wurde es (zum zweiten Mal in 25 Jahren) wiederveröffentlicht.

Sebastian Hinz (HHV Records)

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Uwe Weigmann

Der Beitrag ist noch bis zum 12.01.2023 00:00:00 verfügbar.