Berlinale | Panorama

Midnight Traveler

Schicksalhafte Entwicklungen und überraschende Wendungen im Leben ihrer Protagonist*innen sind für Dokumentarfilmer*innen willkommene Zutaten. Aber wenn der Regisseur und seine Familie selbst Protagonist*innen im eigenen Film sind, wird jede bedrohliche Lage zum Gewissenskonflikt. 

Midnight Traveler © Old Chilly Pictures
Midnight Traveler | © Old Chilly Pictures

Soll man die dramatischen Momente filmen oder ist der Gedanke an eine gute Filmszene mitten im Unglück unmoralisch? Eine Todesdrohung der Taliban bringt den afghanischen Regisseur Hassan Fazili und seine Frau Fatima Hussaini, ebenfalls Filmemacherin, im Jahr 2015 in diese Situation. Zusammen mit den beiden Töchtern Nargis (11) und Zahra (6) fliehen sie auf der Suche nach Sicherheit aus der Heimat ins ferne Europa. Das Ehepaar und auch die beiden Töchter filmen die mehrjährige Reise mit ihren Mobiltelefonen. Auf der Balkanroute, während langer und ungewisser Aufenthalte in verschiedenen Flüchtlingslagern, gibt es ihnen Kraft, ihre schwierige Situation zu dokumentieren. Trotz Widrigkeiten und Rückschlägen verlieren die Eltern nie ihre Menschlichkeit. Sie nehmen alle Entbehrungen auf sich und hoffen auf eine bessere Zukunft für ihre Töchter, die sich auf der langen Reise allmählich emanzipieren.
Quelle: Berlinale

Gesa Ufer hat sich den Film für uns angesehen.

Midnight Traveler © Old Chilly Pictures
Old Chilly Pictures
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