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"Erde" von Nikolaus Geyrhalter

Ein Porträt der Erde im Anthropozän – an sieben Orten, die der Mensch gewaltig umgestaltet: das Versetzen ganzer Berge in Kalifornien, das Durchbohren des Gebirges am Brenner, ein Kohletagebau in Ungarn, ein Marmorsteinbruch in Italien, eine Kupfermine in Spanien, das Salzbergwerk mit Atommülllagerung in Wolfenbüttel und eine Ölsandabbaulandschaft in Kanada.

Top Shots zeigen die Terrains zunächst als abstrakte Gemälde, anschließend erforscht der Film on the ground das Gelände, beobachtet Maschinen bei der Arbeit und verwebt dies mit Gesprächen mit den Arbeiter*innen.

Neben Aussagen zu Arbeitsprozessen, Umweltschäden und Technologiewandel lässt Erde in seiner subtilen Reduziertheit diese gemachte Welt auch in besonderer Weise sichtbar werden: die grauen Haufen, Hügel und Berge. Die Schwärze und die Risse. Die sandigen Landschaften, durchquert von einer Vielzahl verschiedenster mechanischer Hilfsmittel, die wie Raupen oder Regenwürmer hin- und herkriechen.

Die Dimensionen sind gigantisch, die Relationen abhandengekommen, die Welt ist dem Menschen entglitten. „There is always a bigger machine, a bigger engine and when all fails there is dynamite. We always win“. Oder auch nicht.

Über den Film "Erde", der in der Sektion Forum läuft, sprach Volker Wieprecht mit dem Regisseur Nikolaus Geyrhalter.


Quelle: Berlinale