Chemnitz

Rechter Aufmarsch nach Tötungsdelikt auf dem Stadtfest

Chemnitz, gestern Nachmittag: 800 bis 1000 Menschen ziehen in einer spontanen Demonstration  durch die Innenstadt, darunter sollen auch bekannte Rechtsextremisten gewesen sein, einigen von ihnen sollen laut Augenzeugen Ausländer regelrecht gejagt haben, ihnen gegenüber stehen gerade mal 50 Polizisten.

Polizisten stehen in der Chemnitzer Innenstadt vor dem Marxmonument © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Polizisten stehen in der Chemnitzer Innenstadt vor dem Marxmonument | © dpa

Die Bundesregierung hat nach den Vorfällen in Chemnitz "Hetzjagden" auf Ausländer scharf verurteilt. "Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Viele sind erschrocken heute über die Ereignisse – aber wie kam es überhaupt zu dieser spontanen Demonstration? Im Moment ist noch viel unklar. Was wir wissen:  Aufgerufen dazu hat u.a. die rechte Hooligan-Gruppe KAOTIC  CHEMNITZ. Und das, nachdem in der Nacht zum Sonntag ein Mann gestorben ist. Es kam da zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalitäten – so hat es die Chemnitzer Polizei formuliert.

Wir sprechen über die Vorfälle in Chemnitz mit dem freien Journalisten Johannes Grunert. Er hat die Demo gestern aus nächster Nähe beobachtet.