Berlin

Mehr Übergriffe gegen Homosexuelle und Transsexuelle registriert

In Berlin hat es in diesem Jahr deutlich mehr Übergriffe gegen schwule Männer, Transsexuelle und lesbische Frauen gegeben. Laut Polizei sind bis Ende September 260 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe erfasst worden. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 180 Taten.

Polizeiauto © radioeins/Chris Melzer
Polizeiauto | © radioeins/Chris Melzer

Berlin, das ist Großstadt und Schmelztiegel, hier kommen Menschen aus aller Welt zusammen, um zu arbeiten und zu leben. Und Berlin gilt als weltoffen, liberal und freizügig. Klingt alles nach einem guten Pflaster für homosexuelle Menschen – könnte man denken.

Aber die Zahlen zu homophoben Übergriffen, die heute Morgen von der Berliner Polizei verkündet wurden, zeichnen ein anderes Bild der so offenen Hauptstadt. Denn die Polizei verzeichnet einen deutlichen Anstieg homophober Übergriffe. Bis Ende September wurden 261 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe erfasst. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.

Ein Grund für die stetig steigenden Zahlen sei, dass mehr Fälle angezeigt werden als früher, erklärte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Das Vertrauen in die Polizei sei gestiegen, außerdem gebe es in ihrer Behörde inzwischen eine höhere Sensibilität für Fälle von homophober Gewalt. 

Die meisten Übergriffe ereigneten sich den Angaben zufolge in den Stadtteilen Mitte, Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln.

rbb-Reporter Holger Hansen berichtet darüber.

Polizeiauto © radioeins/Chris Melzer
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