Klimaschutz

"Fridays for Future"-Demo in Berlin

Weltweit wollen heute wieder Schülerinnen und Schüler ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen. In mehr als 100 Ländern organisiert das Bündnis "Fridays for Future" Kundgebungen. Allein in Deutschland wollen Jugendliche an etwa 200 Orten demonstrieren.

Schüler beteiligen sich an der "Fridays for Future"-Klimademonstration in Berlin © dpa/Carsten Koall
Schüler beteiligen sich an der "Fridays for Future"-Klimademonstration in Berlin | © dpa/Carsten Koall

Weltweit wollen Schüler heute wieder ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen. In Berlin-Mitte ist am Vormittag eine Kundgebung vor dem Wirtschaftsministerium geplant. Die Organisatoren erwarten mehrere tausend Teilnehmer.

Ihr Vorbild ist die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Die 16jährige bleibt seit Monaten freitags dem Unterricht fern und demonstriert stattdessen. Seitdem ist aus "Fridays for Future" eine weltweite Bewegung geworden.

Der Potsdamer Klimaforscher und ehemalige Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Hans Joachim Schellnhuber lobte die Proteste im ZDF-Morgenmagazin. Die Kinder übernähmen die Aufgabe der Erwachsenen.

radioeins-Reporter Anton Stanislwski berichtet von der "Fridays for Future"-Demonstration in Berlin.

Schüler beteiligen sich an der "Fridays for Future"-Klimademonstration in Berlin © dpa/Carsten Koall
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In Brandenburg hat die Bewegung "Fridays for Future" Aktionen in Potsdam, Falkensee, Templin, Cottbus, Neuruppin, Eberswalde, Oranienburg und Luckenwalde angekündigt.  

Neben Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stellte sich auch Gesundheits- und Sozialministerin Susanna Karawanskij (Linke) hinter die Proteste. Sie lobte das lautstarke Engagement der Schüler, die sich Sorgen um die Zukunft des Planeten machten. Aus Sicht von Karawanskij ist das Beharren auf einem Mitbestimmungsrecht gerade in der Debatte um die die Politikverdrossenheit von jungen Menschen bemerkenswert.

Schüler protestieren für den Klimaschutz im Invalidenpark © dpa/Britta Pedersen
Schüler protestieren für den Klimaschutz im Invalidenpark | © dpa/Britta Pedersen

Koalition will Klimakabinett bilden


Die Bundesregierung will unterdessen ein sogenanntes "Klima-Kabinett" einsetzen, um den Streit über das geplante Klimaschutzgesetz beizulegen. Das hat der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD am Abend beschlossen.

Der Runde sollen neben Umweltministerin Svenja Schulze unter anderem die Minister für Finanzen, Verkehr und Bauen angehören. Sie sollen den Angaben zufolge ein Gesetz vorbereiten, um die deutschen Klimaschutzziele umzusetzen. 

Schulzes Entwurf für ein solches Gesetz hatte bei der Union heftige Kritik ausgelöst. Das Papier sieht vor, dass jedes Ressort finanziell dafür verantwortlich ist, wenn die Klimaschutzziele in dem jeweiligen Bereich verfehlt werden.