Vergleich Corona-Influenza

Die Grippe ist gefährlicher

Robert-Koch-Institut relativiert Gefahr durch Coronavirus

Neuartige Erreger, wie beispielsweise das Corona-Virus, bekommen eine große Aufmerksamkeit. Dabei haben wir wegen der Grippe jedes Jahr mehrere hundert Todesfälle – mindestens – und in der Tat deutlich über 20.000 Todesfälle – geschätzt – in schweren Grippewellen. Aber das nutzt sich natürlich ab. Man hört es fast jedes Jahr und dann nimmt man das nicht so ernst, sagt Susanne Glasmacher, Biologin und Sprecherin vom Robert-Koch-Institut Berlin.

Eine Frau putzt sich die Nase © dpa/Maurizio Gambarini
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte im ZDF, außerhalb Chinas gebe es noch keine großen Infektionsketten. Außerdem sei die Schwere der Lungenkrankheit geringer als bei einer Grippe | © dpa/Maurizio Gambarini

2019-nCoV – so heißt der Erreger, den wir mittlerweile alle als Corona-Virus kennen. Die Krankheit kommt aus China, dort stehen Millionen Menschen unter Quarantäne, aber sie greift weiter um sich. Bislang gibt es rund 2800 offizielle Infektionsfälle, 80 Patienten sind schon an der Lungenkrankheit gestorben. Und es ist wahrscheinlich, dass das Corona-Virus auch in Deutschland ankommen wird.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte vergangene Woche in der ARD:

„Wir nehmen das sehr ernst, wir sind wachsam, aber mit kühlem Kopf auch gleichzeitig. Was ich aber auch wichtig finde: Dass wir das alle für uns einordnen. An Grippe sterben in Deutschland bis zu 20.000 Patienten im Jahr. Und ich will jetzt nur mal darauf hinweisen, dass auch das ein Risiko ist, das wir jeden Tag haben.“

Kann man das vergleichen? Das fragen wir Susanne Glasmacher, Biologin und Sprecherin vom Robert-Koch-Institut Berlin. Sie sagt auf radioeins, dass man beide Viren miteinander vergleichen muss.

"Bei den Coronaviren sehen wir im Moment tatsächlich nur ganz wenige Fälle außerhalb von China. [...] Wenn wir sehen, dass wir jetzt bei der laufenden Grippewelle schon über 13.000-14.000 labordiagnostisch bestätigte Influenza-Erkrankungen haben und über 30 Todesfälle, dann ist das natürlich im Moment noch eine ganz andere Nummer."

Das komplette Interview hören Sie hier:

Eine Frau putzt sich die Nase © dpa/Maurizio Gambarini
dpa/Maurizio Gambarini
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