Flüchtlingsdrama

Bootsunglück mit zahlreichen Toten im Ärmelkanal

Vor der nordfranzösischen Küste nahe Calais sind mehr als 30 Menschen ertrunken. Rettungskräfte suchen weiter nach Vermissten. Die Migranten hatten versucht in einem Schlauchboot den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien zu überqueren.

Eine Rettungsweste treibt im Meer © imago images/Lars Berg
Eine Rettungsweste treibt im Meer | © imago images/Lars Berg

Es ist das schlimmste Unglück seit 2018 die ersten Migranten versucht haben, mit Schlauchboote den Ärmelkanal von Frankreich aus Richtung Großbritannien zu überqueren. Mehr als 30 Menschen, darunter fünf Frauen und ein kleines Mädchen seien vor der nordfranzösischen Küste ertrunken, sagte Innenminister Gérald Darmanin am Abend in Calais. In erster Linie machte Darmanin die Schlepper für den Tod der Menschen verantwortlich, die Überfahrten mit maroden Schlauchbooten für mehrere tausend Euro pro Person anbieten. Darmanin appellierte an die europäische Gemeinschaft und an Großbritannien gemeinsam noch härter gegen die Schleppernetzwerke vorzugehen.

Der britische Premier Johnson erklärte nach einem Krisentreffen der Regierung, er sei "schockiert, empört und zutiefst betrübt" über das Unglück. Er wolle gemeinsam mit Frankreich mehr gegen illegale Überfahrten tun. Doch wie genau das aussehen sollte – darüber gibt es Streit zwischen Paris und London.

ARD-Korrespondent Christoph Prössl berichtet darüber aus London.

Eine Rettungsweste treibt im Meer © imago images/Lars Berg
imago images/Lars Berg
Download (mp3, 4 MB)