Kunst & Kultur

"Bluthochzeit" feiert Premiere beim Theatersommer Netzeband

Es war lange unsicher, ob der traditionelle Theatersommer in Netzeband, präsentiert von radioeins, in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann. Die Kult-Produktion "Unter dem Milchwald", die seit über 20 Jahren eigentlich den Theatersommer immer eröffnet, musste schon ausfallen, aber morgen feiert das regulär angesetzte Stück "Bluthochzeit" von Frederico Garcia Lorca Premiere.

Bluthochzeit © Theatersommer Netzeband
Bluthochzeit | © Theatersommer Netzeband

Eine Hochzeit steht bevor. Wider besseren Wissens hat auch die Mutter des Bräutigams ihren Segen gegeben. Verdrängt wurde, dass die Braut einst einen anderen leidenschaftlich liebte – Leonardo, Mitglied einer mit der Mutter des Bräutigams aufs Blut verfeindeten Familie. Die Braut meint, ihre Gefühle für den ehemaligen Verlobten besiegt zu haben. Doch seine Besuche noch vor der Hochzeit entfachen die Leidenschaft erneut. Die wieder erwachten Gefühle der Braut achten nicht den Skandal.

Noch am Hochzeitstag verlässt sie den Bräutigam und reitet mit Leonardo. Das ganze Dorf beteiligt sich an der Verfolgung der beiden. Sie fliehen in den Wald und alles läuft auf einen blutigen Kampf hinaus. Denn wo Familienehre nicht hinterfragbar und von höchstem moralischem Wert ist, haben Gefühle keine Chance.

Die Tragödie "Bluthochzeit" von Frederico García Lorca thematisiert die Zwänge einer archaischen und sittenstrengen Gesellschaft. Der Autor, 1898 bei Granada geboren und 1936 von den Franchisten ermordet, genießt in der spanischsprechenden Welt nach wie vor große Popularität. In seinen Werken geht es um die Stellung der Frau im ländlichen Spanien, um den Widerstreit zwischen Gefühl und Vernunft, Individualität und konventioneller Moral.

"Bluthochzeit" feiert am Samstag, den 1. August 2020, beim Theatersommer Netzeband Premiere - rbb-Kollegin Magdalena Bienert war vorab bei den Proben in Netzeband dabei und berichtet darüber.

Bluthochzeit © Theatersommer Netzeband
Theatersommer Netzeband
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