Brandenburg

Abgebrannter Wald bei Treuenbrietzen wird Freilandlabor

Die Stadt Treuenbrietzen im Kreis Potsdam-Mittelmark will eine Waldbrand-Katastrophe wie im letzten Sommer, wo 400 Hektar Wald in Flammen aufgingen, verhindern. Sie arbeitet dazu mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zusammen. Die Waldbrandflächen werden zum Freilandlabor. Dort soll eine andere Waldbewirtschaftung erprobt werden. Es geht darum, die Wälder widerstands- und anpassungsfähiger zu machen.

Luftbild des abgebrannten Waldes nahe der Bundesstraße 102 bei Treuenbrietzen © dpa/Patrick Pleul
Luftbild des abgebrannten Waldes nahe der Bundesstraße 102 bei Treuenbrietzen | © dpa/Patrick Pleul

Teile der im vergangenen Sommer verbrannten Wälder bei Treuenbrietzen werden jetzt zur Erforschung zukunftsfähiger Forste genutzt. "Es ist eine Konsequenz dieser Monokulturen, dass sich das Feuer so leicht ausbreiten konnte. Wir wollen gemeinsam mit Stadt und Förster andere Wege gehen", sagte der Professor Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) am Montag gegenüber rbb|24.

Statt der Kiefernwälder sollen auf den 28 Hektar Testfläche Laub- und Mischwälder gepflanzt werden. "Wir wollen auch wissen: Wie kann man den Wald verbessern, wenn man mehr Biomasse auf den Flächen belässt? Wie hilft sich das Ökosystem selbst, wenn man es lässt? Dazu planen wir mehrere Experimente", sagte Ibisch.

Über das Freilandlabor bei Treuenbritzen und zukunftsfähige Wälder spricht Nancy Fischer mit Pierre Ibisch von der HNEE.

Luftbild des abgebrannten Waldes nahe der Bundesstraße 102 bei Treuenbrietzen © dpa/Patrick Pleul
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Bei den Experimenten geht es zum Beispiel darum, wie auf dem Boden gelassenes Totholz besser Feuchtigkeit speichern könne. Das sei besonders im Hinblick auf den Klimawandel relevant.

"Wir müssen den Wald darauf einstellen, dass es in Zukunft solche extrem heißen, trockenen Phasen häufiger geben wird - und das in größeren Dimensionen", sagte Ibisch.

Seit mehreren Jahren beobachte die Hochschule ein steigendes öffentliches Interesse an waldökologischen Fragen.