ARD-Themenwoche

#abfallfreitag: Über Müllmythen und richtiges Trennen

Berlins Antwort auf die Wegwerfgesellschaft

Zum Auftakt der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (21. bis 29. November 2020) setzt die Berliner Stadtreinigung mit dem #abfallfreitag ein Zeichen gegen den konsumorientierten "Black Friday" - bereits zum dritten Mal.

Mülltonnen in Berlin © imago images/Sabine Gudath
Mülltonnen in Berlin | © imago images/Sabine Gudath

Menschen mit besonderen Berufsbezeichnungen kann man immer wunderbar spezielle Fragen stellen. Sebastian Seibel ist bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) als Abfall- und Umweltberater tätig. Er ist der Mann, der weiß, was in welche Tonne gehört.

Seit 1991 haben wir das duale System, also sind angehalten, unsere Abfälle zu trennen, damit die Wertstoffe wiederverwendet werden können. Wo stehen wir Deutschen gerade bei der Mülltrennung? Was trennen wir am häufigsten falsch? Welche Irrtümer begegnen einen immer wieder?

Sophia Wetzke spricht darüber mit Sebastian Seibel von der BSR.

Mülltonnen in Berlin © imago images/Sabine Gudath
imago images/Sabine Gudath
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So geht abfallfrei: Tipps, um Abfall zu vermeiden

Bewusst isst besser
Greifen Sie zu regionalen und saisonalen Produkten, die Sie leicht auf dem Wochenmarkt finden. Denn der Anblick überfüllter Regale führt schnell zu übertriebenen Einkäufen, wodurch mehr Essensreste als nötig in der Biotonne landen. Dabei ergibt Übriggebliebenes oft noch eine Mahlzeit. Bei Produkten, die Sie ohnehin schälen oder putzen wollen (Bananen oder Blumenkohl), sollten Sie auf eine zusätzliche Verpackung verzichten und das Preisschild direkt auf den Artikel kleben.
Einkaufskorb oder Beutel statt Plastiktüte
Wer einkaufen geht, sollte immer einen Stoffbeutel dabei haben. Den kann man fast lebenslang verwenden. Damit setzen Sie der jährlichen Menge von rund 266 Millionen Plastiktüten (allein in Berlin!) ordentlich was entgegen. Nutzen Sie also einen Stoffbeutel und sparen Sie Abfall.
Lunchen Sie restlos
Mittags schnell zum Imbiss: eine Currywurst auf einer Pappschale mit Plastikpieker. Den Kaffee danach aus dem Plastikbecher, genauso wie die Kaffeesahne und auch das Umrührstäbchen. Das muss nicht sein. Entweder, Sie nehmen einen eigenen Teller mit. Oder Sie bereiten am Vorabend zuhause ein Lunch-Paket vor, füllen die Portion in ein Weckglas.
Bechern Sie Mehrweg
Pro Stunde verbraucht Berlin 20.000 Einwegbecher. Dabei sind Mehrwegbecher eine müllfreie Alternative. Gemeinsam mit der Bewegung Better World Cup wollen wir der Einwegbecherflut in Berlin ein Ende setzen. Deshalb bekommen Sie in Partnerläden Rabatt auf Heißgetränke im mitgebrachten Mehrwegbecher.
Teilen verdoppelt die Freude
Nicht alles muss neu gekauft werden. Selten genutzte Gegenstände teilen oder mieten ist günstig und umweltschonend. Beispielsweise bieten viele Baumärkte einen Leih-Service für Bohrmaschine und Co. an.
Gut Erhaltenes nochmall verwenden
In der NochMall, dem BSR-Gebrauchtwarenhaus, bekommen gut erhaltene Dinge ein zweites Leben. Auf 2.500 Quadratmetern finden Sie u.a. Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Spielzeug und Bücher. Viele Sachen müssen nicht weggeworfen werden, sondern dürfen nochmal(l) verwendet werden. Sie können auch gutes Gebrauchtes vor Ort abgeben
Gut Erhaltenes weiterreichen
Was Sie loswerden wollen, sucht jemand anderes vielleicht gerade dringend. Also werfen Sie Ihr Gebrauchtes nicht weg – verschenken oder tauschen Sie es online kostenlos im Tausch- und Verschenkmarkt. Natürlich können Sie gut erhaltene Sachen auch an karitative Einrichtungen weitergeben.
Altes selbst reparieren und aufwerten
Ob Möbel, Kleidung oder Accessoires – im Online-Stadtplan TrenntMap finden Sie alle Upcycling-Läden und Repaircafés auf einen Klick: www.trenntmap.de. Anregungen geben auch verschiedene Do-it-yourself-Plattformen.
Abfall vermeiden im Büro
Auch im Büro können Sie auf den sinnvollen Umgang mit Ressourcen achten. So sollten Getränkeautomaten mit Mehrwegsystemen ausgestattet sein. Es muss auch nicht immer alles und jede E-Mail ausgedruckt werden. Lässt es sich allerdings nicht vermeiden, sollte der beidseitige Druck eingestellt sein.

Quelle: BSR