Mo 29.11.
2021
16:40

Wissen - Denken - Meinen

Zögern und zaudern in der Bekämpfung der Corona-Pandemie

Ein Kommentar von Harald Welzer

Mitten in der vierten Corona-Welle lässt die Ausbreitung einer weiteren Virusvariante die Alarmglocken schrillen. Die Rufe werden lauter, Maßnahmen gegen Corona deutlich zu verschärfen. Kommt doch ein neuer Lockdown? Knapp vier Wochen vor Weihnachten entwickelt sich die Corona-Pandemie immer dramatischer.

Harald Welzer © radioeins/Saupe
Harald Welzer | © radioeins/Saupe

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen steigt, die Intensivstationen füllen sich. Außerdem ist auch in Deutschland eine neue Virusvariante aufgetaucht, Omikron ihr Name, entdeckt in Südafrika. Trotz der angespannten Lage treffen sich Menschen auf Weihnachtsmärkten und waren in Köln am Wochenende 50.000 Menschen im Fußballstadion. Nun werden die Forderungen nach schärferen Corona-Maßnahmen lauter.

Dass die Bilder von überlasteten Kliniken und vollen Fußballstadien nicht zusammen passt, findet auch die Grünen-Politikerin Anne Spiegel. Solche Großveranstaltungen dürfe es nicht mehr geben, sagt die designierte Bundesfamilienministerin im ARD-"Bericht aus Berlin":

"Das Gesundheitssystem kommt ganz klar an seine Grenzen und darüber hinaus, deshalb müssen wir dringend handeln. Es braucht mehr Kontaktbeschränkungen und meines Erachtens reichen die jetzigen Maßnahmen nicht aus, um die Infektionszahlen wirklich senken zu können."


Das sieht auch CSU-Chef Markus Söder so. Der Ministerpräsident von Bayern fordert eine nationale Notbremse. Das geänderte Infektionsschutzgesetz reiche nicht dafür aus.

Wer handelt bei uns? Ein Kommentar von dem Soziologen Harald Welzer.

Harald Welzer © radioeins/Saupe
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Zur Person

Harald Welzer

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Harald Welzer kam 1958 in Bissendorf bei Hannover zur Welt. Er studierte Soziologie, Politische Wissenschaft und Literatur. Später promovierte er in Soziologie. Noch ein bisschen später ... [mehr]