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DuMont will sich offenbar von Regionalzeitungen trennen

Der DuMont-Verlag will sich offenbar von seinen Regionalzeitungen trennen. Entsprechende Berichte wollte das Kölner Unternehmen weder bestätigen noch dementieren. Ein Münchner Unternehmen wurde aber angeblich schon beauftragt, einen Käufer zu finden. Zu DuMont gehören unter anderem die "Berliner Zeitung", der "Berliner Kurier", der "Kölner Stadtanzeiger" und die "Hamburger Morgenpost". Die Auflagen mehrerer Zeitungen des Verlags sinken seit Jahren.

Noch gehören u.a. die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier dem DuMont-Verlag © radioeins
Noch gehören u.a. die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier dem DuMont-Verlag | © radioeins

Der Name "DuMont" steht für eine große Tradition. Seit über 200 Jahren gibt die Dynastie der DuMonts Zeitungen heraus. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" ist der Nachfolger der "Kölnischen Zeitung", die im 19. und 20. Jahrhundert eine der wichtigsten überregionalen Zeitungen Deutschlands war.

Aktuell steht der Name "DuMont" aber eher für die große Krise der Zeitungen. Das Fachblatt "Horizont" berichtet, dass alle Regionalmedien des Verlags zum Kauf stehen sollen - dazu gehören unter anderem die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle, die "Hamburger Morgenpost", die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier". Das wäre ein Hammer. Der Verlag bestätigt immerhin: Man prüft, zumindest Teile des Portfolios zu veräußern.

Geht jetzt das große Zeitungssterben los? Ein Kommentar von Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Gründer von übermedien.de


"Das große Zeitungssterben ist längst im Gange, aber der Fall DuMont zeigt, wie dramatisch es fortschreitet. Und in welchem Maß auch das Undenkbare inzwischen denkbar geworden ist - bis vor kurzem war es definitiv undenkbar, dass ein Verlag wie DuMont sich von all seinen Zeitungen trennen könnte", sagt Niggemeier in seinem Kommentar.