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Der "Angriff" der Identitären Bewegung

Eine Reihe von Parteien und Redaktionen hat am Montag ungebetenen Besuch bekommen: Die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" hat in den frühen Morgenstunden an ihren Gebäuden Plakate mit dem blutigen Bild des Bremer AfD-Chefs Magnitz angebracht.

Demonstrant der Identitären Bewegung © imago/Deutzmann
Demonstrant der Identitären Bewegung | © imago/Deutzmann

Außerdem legten sie Steine und Utensilien auf dem Bürgersteig aus. Sie wollten so dagegen demonstrieren, dass Journalisten als "Schreibtischtäter" angeblich "gemeinsame Sache mit linksextremen Kräften" machen. Als eine "taz"-Mitarbeiterin dagegen einschritt, kam es zu Handgreiflichkeiten. Die Aktion sorgte für große Empörung. Raed Saleh, der SPD-Chef im Berliner Abgeordnetenhaus, nannte sie "widerlich und kriminell" und einen "Angriff auf die Demokratie".

Wie gefährlich sind solche Aktionen? Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Gründer von übermedien.de, glaubt, dass solche Aktionen nicht so gefährlich wie die falschen Reaktionen darauf sind.

Demonstrant der Identitären Bewegung © imago/Deutzmann
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"Man muss dazu wissen, dass solche Aktionen die Spezialität von den sogenannten 'Identitären' sind. Es sind Provokationen. Sie sind für sich selbst genommen relativ unspektakulär - sie leben von der Empörung, die sie auslösen. Dadurch bekommen sie die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschen; dadurch wirken sie viel größer, als sie sind. Und dadurch machen sich auch ihre Gegner oft viel kleiner", sagt Niggemeier.