Mi 24.04. 16:40

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Soziale Netzwerke in Sri Lanka nach den Anschlägen gesperrt

Seit Sonntag ist in Sri Lanka der Zugang zu den meisten sozialen Netzwerken gesperrt. Unmittelbar nach den verheerenden Anschlägen auf Kirchen und Hotels im Land hat die Regierung den drastischen Schritt angeordnet. Die Blockade soll anhalten, bis die Untersuchung abgeschlossen ist.

Kerzen für die Opfer der Anschläge von Sri Lanka © AP Photo/K.M. Chaudary
Kerzen für die Opfer der Anschläge von Sri Lanka | © AP Photo/K.M. Chaudary

Mit der Sperrung der meisten sozialen Netzwerke soll verhindert werden, dass sich falsche Gerüchte verbreiten. Betroffen sind unter anderem Facebook, WhatsApp, YouTube und Snapchat. Sri Lanka hat schon früher bei gewalttätigen Eskalationen die sozialen Medien gesperrt, auch andere Länder - vor allem in Afrika und Asien - greifen inmer häufiger zu dieser Maßnahme.

Ist das eine gefährliche Einschränkung der freien Rede? Oder wären die Fake News, die sich über diese Kanäle verbreiten, noch gefährlicher? Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Gründer von übermedien.de, meint in seinem Kommentar: "'Fake News' ist nicht nur irgendein Schlagwort oder Kampfbegriff in Ländern wie Sri Lanka, sondern hat sehr reale tödliche Konsequenzen. [...] Facebook hat die Konflikte, die da explodieren, nicht geschaffen. Aber es macht immer wieder alles schlimmer. Die 'New York Times' schrieb: 'Die Länder sind Pulverfässer und Facebook das Streichholz'."

Kerzen für die Opfer der Anschläge von Sri Lanka © AP Photo/K.M. Chaudary
AP Photo/K.M. Chaudary
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