Schöner Lesen

"Alibi für einen König" von Josephine Tey

Die Buchhändler Empfehlung am heutigen Montag.

Alibi für einen König von Josephine Tey
Alibi für einen König von Josephine Tey | © Oktopus

Dass die Kombination gebrochenes Bein plus kriminalistischer Spürsinn äußerst spannend werden kann, wissen wir spätestens seit Hitchcocks "Das Fenster zum Hof". In der Neuveröffentlichung aus dem Jahr 1949 ist es Scotland Yard Inspector Alan Grant, der mit gebrochener Extremität im Krankenhaus liegt und in seiner Langweile alte Kriminalfälle durchstöbert. Sehr alte Kriminalfälle genauer gesagt, denn er landet bei König Richard III.

Was dem vor mehr als 400 Jahren vorgeworfen wurde und wie Grant ihn rehabilitieren will, weiß unser Buchhändler-König mit nachweislich blütenweißem Führungszeugnis, Kurt von Hammerstein. Er hat "Alibi für einen König" von Josephine Tey für uns gelesen.

Inhalt

Inspector Alan Grant von Scotland Yard muss mit einem gebrochenen Bein das Bett hüten – und fühlt sich wie im Gefängnis. Erbärmlicher noch, denn im Krankenhaus ist Haftverkürzung selbst bei guter Führung ausgeschlossen. Beinahe so demütigend wie die Erinnerung an seinen lächerlichen Sturz ist der schroffe Ton der Krankenschwestern. Am schlechtesten aber erträgt Grant die Langeweile. Eine Freundin rät ihm, sich an einem der vielen ungelösten Rätsel der Kriminalgeschichte zu versuchen, und versorgt ihn mit Porträts berühmter Verbrecher. Beim Anblick von Richard III., der seine Neffen ermordet haben soll, muss Grant stutzen: Keineswegs die Visage eines Mörders, befindet der erfahrene Polizist. Mit der Unterstützung eines unterbeschäftigten Historikers geht Grant der Sache nach und stellt fest: Die Beweislage ist äußerst dürftig. Grant kann der Versuchung nicht widerstehen: Vom Krankenbett aus rollt er einen über vierhundert Jahre zurückliegenden Mordfall ganz neu auf.

Autorin

Josephine Tey wurde 1896 unter dem Namen Elizabeth MacKintosh als Tochter eines Gemüsehändlers im schottischen Inverness geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Turnlehrerin, später zog sie als Krankenschwester in den Ersten Weltkrieg. 1923 kehrte sie in ihr Elternhaus zurück, um sich nach dem frühen Tod der Mutter um ihren Vater zu kümmern. Unter dem Pseudonym Gordon Daviot schrieb sie Theaterstücke und Drehbücher, die erfolgreich am Londoner Westend und am New Yorker Broadway liefen, die allermeisten ihrer Kriminalromane veröffentlichte sie allerdings als Josephine Tey. Sie lebte sehr zurückgezogen, mied öffentliche Auftritte und Interviews. Josephine Tey starb im Alter von 55 Jahren während einer Reise nach London. Weitere Romane sind in Vorbereitung.

radioeins-Bücherliste

Platz

Vorwoche

Titel

Autor*in

01

01

Utopia Avenue

David Mitchell

02

03

Hund,Wolf , Schakal

Behzad Karim Khani

03

06

So forsch, so furchtlos

Andrea Abreu

04

04

Ein Sommer in Niendorf

Heinz Strunk

05

05

Schlachtensee

Helene Hegemann

06

NEU

Das leichte Leben

Thomas Melle

07

09

London Rules

Mick Herron

08

08

Kummer aller Art

Mariana Leky

09

02

Isidor

Shelly Kupferberg

10

07

Treue

Hernan Diaz

Stand vom 19.09.2022

Der Beitrag ist noch bis zum 19.09.2023 00:00:00 verfügbar.