Radiobrücke Istanbul

Orhan Pamuk und der Blick auf seine Stadt

Die meisten von uns in Berlin und Brandenburg kennen kaum einen oder gar keinen türkischen Schriftsteller. Aber wenn man einen kennt, dann ist es Orhan Pamuk. Der Literaturnobelpreisträger besucht uns heute auf der Dachterrasse des Goethe-Instituts...

Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk auf der RadiobrückeIstanbul
radioeins/Nennemann

Sein aktuelles Buch „Diese Fremdheit in mir“ ist eine Liebeserklärung an Istanbul. Darin geht es um Heimat und Fremdsein, die türkische Gesellschaft, politische Differenzen und den Terror. Sein Roman spannt einen Bogen vom Ende der 1960er Jahre bis in die Gegenwart und erzählt von den Veränderungen Istanbuls und der türkischen Gesellschaft.

Was Orhan Pamuk an Istanbul liebt, erzählt er Marco Seiffert im Interview.

Als Orhan Pamuk im Jahr 2006 als erster türkischer Schriftsteller mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, gab es keine Jubelstürme mit türkischen Landesfahnen, Autokorsos und Hupkonzerte in den Straßen. Es wäre gewiss auch das letzte gewesen, was sich der Preisträger gewünscht hätte. In den türkischen Medien stieß das Votum des Stockholmer Nobel-Komitees auf ein zwiespältiges Echo. Dennoch wartete Pamuk mit einem kleinen Zugeständnis an die nationalstolze türkische Seele auf: Erstmals habe die Türkei einen Nobelpreis erhalten und «aus diesem Grund, nur aus diesem Grund bin ich sehr, sehr glücklich», sagte der 54-Jährige damals bei seinem Presseauftritt in der New Yorker Columbia-Universität.

Quelle: dpa