Harald Martenstein

Wenn die Welt an einen Zombiefilm erinnert

Menschen leben im Lockdown, einsame Helden wie Selenskyj retten ihren Staat vor einem Vernichtungsangriff – was passiert, wenn die Realität einem Drehbuch ähnelt?

Podcast Harald Martenstein
Podcast Harald Martenstein | © radioeins

Auf Netflix zeigen sie aus besonderem Anlass den Hollywoodfilm "World War Z". Er ist fast zehn Jahre alt, aber hochaktuell. Es geht um Zombies, also Untote, die sich in hohem Tempo überall auf der Welt ausbreiten.

Klügere Menschen wussten es sicher schon immer. Aber Martenstein wurde erst beim Betrachten von "World War Z" klar, dass Zombiefilme in Wirklichkeit Pandemiefilme sind. Ansteckung durch Biss. Nach dem Biss gibt es eine kurze Inkubationszeit, dann verwandelt sich das Opfer in eine Art Virus auf zwei Beinen, das heißt, es wird hochansteckend, mit einem Intelligenzquotienten unterhalb der Nachweisgrenze und ohne jede Dialogbereitschaft. Gegen die Übermacht der Zombies führen die USA in "World War Z" verzweifelt Krieg, letzte Bastion ist ein Flugzeugträger.

Genau davor, einem Weltkrieg, haben ja zurzeit viele Angst. Das Z erinnert uns natürlich an den Ukraine-Krieg, die Russen malen Z auf ihre Panzer. Das Flugzeug, in dem sich ein paar Leute im Film vor den Z-Angreifern retten wollen, gehört zu "Belarus Airways". Das kann also nicht gut gehen. Vor allem durch die Airlines verbreitet das Virus sich schnell, heißt es im Film. Die Globalisierung ist zum Problem geworden. Gesucht wird ein Impfstoff.

Zur Person

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Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören. [mehr]