Harald Martenstein über

Warum alte weiße Männer manchmal gekränkt sind

Die Juso-Chefin meint, Männer schöben sich gegenseitig Posten zu. Wer Erfolg nur mit dem Geschlecht erklärt, verletzt dadurch alle, die glauben, etwas geleistet zu haben.

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Podcast Harald Martenstein | © radioeins

In der Talkshow, zu der Martenstein eingeladen war, sollte es ums Thema Männlichkeit gehen und um den angeblich oder tatsächlich "gekränkten Mann". Neben ihm saß Jessica Rosenthal, die Juso-Vorsitzende, jetzt auch Bundestagsabgeordnete. Sie ist 29 und damit etwas jünger als sein großer Sohn, hat kurze Zeit als Lehrerin gearbeitet, dann begann die politische Karriere. Heute bekommt sie rund 10.000 Euro im Monat plus 4600 steuerfreie Kostenpauschale plus Bürokosten, das findet er als ihr Arbeitgeber (alle Staatsgewalt geht vom Volke aus) auch in Ordnung. Wenn man sich die Karrieren von ehemaligen Juso-Vorsitzenden anschaut, ist es nach heutigem Stand nahezu sicher, dass sie mal mindestens Ministerin wird.

Der schnelle Aufstieg dieser jungen Frau ist kein Einzelfall, sondern ein Beispiel für den begrüßenswerten Wandel dieser Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten. Sie selber ist der Meinung, dass Männer auch ihrer Generation immer noch privilegiert sind, Martensteins Sohn zum Beispiel, der viel weniger verdient als sie. Männer würden einander "die Posten zuschieben", generell offenbar. So etwas täten Frau aber nicht. Echt?

Zur Person

Harald Martenstein

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Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören. [mehr]