Harald Martenstein über

Neue Lockdown-Arten und die Hoffnung die zuletzt gestorben ist

Endlich geimpft! Nur ändert sich am täglichen Leben dadurch wenig. Man ist vermutlich gut beraten, wenn man nichts mehr glaubt und nichts mehr erwartet.

Harald Martenstein
Harald Martenstein | © dpa

Inzwischen haben der "Brücken-Lockdown", der "End-Lockdown", der "Wellenbrecher-Lockdown" und der "Dauerlockdown" in unserer Sprache Heimat gefunden. Außerdem kennt man den "Teil-Lockdown" sowie das "Lockdown-Jo-Jo", Martenstein glaubt, so heißt eine rasche Abfolge von Lockdowns.

Einen besonders langen Lockdown würde man wohl "Monster-Lockdown" nennen. Für einen überraschend verkündeten Solo-Lockdown, der nicht Teil eines weit ausgreifenden Lockdown-Jo-Jos ist, schlägt er das Wort "Blitzlockdown" vor. "Blitzlockdown" hätte die Chance, auch von der anglofonen Welt übernommen zu werden, ähnlich wie "Blitzkrieg“. Ein Teillockdown, bei dem nur ökologisch fragwürdige und klimaschädliche Branchen downgelockt werden, könnte "Bio-Lockdown" heißen.

Das Verb "downlocken" hat er übrigens nicht erfunden, es wird verwendet. Aber der Satz "Alle, die zu lautstark rocken, müssen wir sofort downlocken" ist von ihm.

Zur Person

Harald Martenstein

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Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören. [mehr]