Harald Martenstein über

Heino goes Hetze

Der Sänger Heino kündigt einen "deutschen Liederabend" an – und ein Veranstalter sieht darin "Hetze". Das ist dann doch eine ziemlich weit gehende Definition.

Harald Martenstein
Harald Martenstein | © dpa

Dass unter den Singenden deutscher Zunge ausgerechnet Heino, 82, in letzter Zeit keine politischen Schwierigkeiten hatte, im Gegensatz etwa zu Nena oder dem Wendler, findet Martenstein seltsam. Weißer, älter und deutscher, folglich angreifbarer als Heino kann ein moderner Künstler kaum sein. Seinen bisher letzten Tweet hat Heino am 28. 12. 2017 abgesetzt, mit der Botschaft: "Ihr Lieben, ich hoffe, ihr hattet wunderbare Weihnachten." So also fliegt man auf Twitter unter dem Radar der Aktivist*innen! Auf seiner jüngsten Platte hat Heino außerdem Angela Merkel ein Lied gewidmet, in einem Interview hat er ein Verbot der AfD gefordert. Das kann alles geschickte Tarnung sein, Heinos Manager ist immerhin Jurist. Womöglich sind es solche Gesten, die musikpolitisch über Karrieren entscheiden.

Zur Person

Harald Martenstein

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Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören. [mehr]