Harald Martenstein über

Eine Zeit, in der für Shitstorms und Canceln noch die katholische Kirche zuständig war

Jeder bleibt Mitmensch und Nächstenliebe gibt es aus Prinzip für alle: Das wäre mal eine Kirche, wie man sie sich wünscht – ganz ohne Shitstorm.

Harald Martenstein
Harald Martenstein | © dpa

Weihnachten naht, das Fest der Familie, des guten Essens und des Einkaufens. Harald Martenstein fragt sich manchmal, ob wenigstens noch der eine oder andere Priester an die Existenz Gottes glaubt, Paradies, Hölle, Auferstehung, unbefleckte Empfängnis, das volle Programm. Als Kind hat er gern "Don Camillo und Peppone" gesehen. Das lief oft zur Adventszeit im Fernsehen, eine italienische Filmreihe über einen Pfarrer, gespielt vom französischen Star Fernandel, der in seinem Dorf gegen den kommunistischen Bürgermeister um die Seelen kämpft. Beide sind Hardliner. Der Reaktionär und der Aktivist mochten sich im Grunde trotzdem, heute schwer vorstellbar. Die Jesusfigur, die in der Kirche am Kreuz hing, konnte reden und versuchte oft, ihren übereifrigen Gefolgsmann Camillo zu bremsen. Ein Erfolgsrezept war das nicht, historisch gesehen hat eher Peppone gewonnen, der Heide.

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Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören. [mehr]