Harald Martenstein

Über den Kampf um mehr Sensibilität

Unsere Sprache verherrlicht oft Gewalt an Tieren, kritisiert Peta. Wie wäre es mit zwei Erbsen auf eine Gabel laden, statt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

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Harald Martenstein | © dpa

Kürzlich gab es Streit zwischen der SPD-Ikone Wolfgang Thierse und seiner Vorsitzenden Saskia Esken. Er findet die Identitätspolitik (muss man dieses Wort immer noch erklären?) nicht ganz so gut wie sie. Der Kampf um mehr Sensibilität wird währenddessen an immer mehr Fronten geführt. Die Tierschutzorganisation Peta hat jetzt dazu aufgerufen, auch Tiere nicht länger verbal herabzusetzen. Unsere Sprache, heißt es bei Peta, sei durchzogen von "Redewendungen, die Gewalt an Tieren verherrlichen". Dies sei ethisch nicht vertretbar. Die Tierschützer denken dabei an so brutale Formulierungen wie "mit jemandem ein Hühnchen rupfen". Stattdessen könne man zum Beispiel, völlig gewaltfrei, "mit jemandem Weinblätter rollen".

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Klug und nachdenklich. Mit seiner angenehmen Stimme erklärt er die alltäglichen Nebensachen unserer Welt. Harald Martenstein ist mit seiner Kolumne seit 2007 auf radioeins zu hören. [mehr]