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Wem gehört Deutschland?

Bezahlbarer Wohnraum ist zu einer der dringendsten sozialen Fragen geworden. Dennoch ist kaum etwas über die Eigentümer*innen von Wohnungen bekannt, es gibt kein Immobilienregister. Das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECTIV möchte das ändern und recherchiert seit einem Jahr gemeinsam mit Mieter*innen die Namen von Eigentümer*innen. Sie zeigen, wer von der Intransparenz im Immobilienmarkt profitiert. Auf der re:publica präsentieren die Journalist*innen erste Ergebnisse.

Eine Maklerin zusammen mit Wohnungsinteressenten © imago/Westend61
Wohnen wird für viele Bürger*innen zur Existenzfrage | © imago/Westend61

Der deutsche Immobilienmarkt ist äußerst lukrativ für Investor*innen aus der ganzen Welt. Auf der einen Seite: Zuzug in Großstädte. Auf der anderen Seite: Immobilien als begehrter Rendite-Hebel. Die Folge: Die Mietpreise gehen in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Düsseldorf durch die Decke. Wohnen wird für viele Bürger*innen zur Existenzfrage.

Welche Eigentümer*innen spielen eine wesentliche Rolle auf dem Wohnungsmarkt? Wer handelt davon fragwürdig?

Das Problem: In Deutschland ist der Wohnungsmarkt intransparent. Das Grundbuch ist nicht zentralisiert und nicht öffentlich zugänglich. Gemeinsam mit Hilfe der Bürger*innen will CORRECTIV Transparenz herstellen und will wissen, wer die Eigentümer*innen der Wohnungen und der Häuser in der Stadt sind.

Auf der re:publica 2019 berichtet CORRECTIV über die Zwischenergebnisse. Katja Weber und Holger Klein sprachen darüber Tagesspiegel-Redakteur Hendrik Lehmann, der an der Recherche beteiligt war.

Eine Maklerin zusammen mit Wohnungsinteressenten © imago/Westend61
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CORRECTIV hat in verschiedenen Städten in Deutschland die Mieter*innen aufgerufen von ihrer Mietwohnung den/die Eigentümer*in mitzuteilen. Seit dem Start im April 2018 haben bereits tausende Menschen in Hamburg, Berlin und Düsseldorf teilgenommen. Für die erste Stadt sind die Ergebnisse auf wem-gehoert-hamburg.de einsehbar.

Mit der Bürgerrecherche will CORRECTIV Informationen generieren, die eine auf Fakten basierte Diskussion zum Wohnungsmarkt und über den Grad der Transparenz ermöglichen. Auf der re:publica 2019 berichtet CORRECTIV ein gutes Jahr nach Beginn der Recherche über Zwischenergebnisse und gibt zusätzlich einen Einblick hinter die Kulissen, wie in den Großstädten tausende Menschen begeistert wurden an der Recherche teilzunehmen und wo sie auf Probleme bei der Crowd-Recherche gestoßen sind.

   


Quelle: re:publica