Treibhausgasneutrale Landwirtschaft

Weniger Fleisch und Milch für einen gesunden Planeten

Stellen wir die Ernährung in Deutschland so um, dass sie für Menschen und den Planeten gesund ist, benötigen wir nur noch 56 Prozent der heute genutzten Ackerfläche und 45 Prozent der Grünlandfläche. Gleichzeitig sparen wir rund drei Viertel der klimaschädlichen Treibhausgase ein, die heute durch die Landwirtschaft entstehen - heißt es in einer heute veröffentlichten Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace.

Ein Baum steht auf einem Feld © imago/Andreas Vitting
Ein Baum steht auf einem Feld | © imago/Andreas Vitting

"Nur wenn wir unsere Ernährung vorrangig auf pflanzliche Produkte umstellen, können wir die Treibhausgase der Landwirtschaft drastisch reduzieren und das Ziel der Treibhausgasneutralität für Deutschland überhaupt erreichen", fasst Margarethe Scheffler, Expertin für nachhaltige Landwirtschaft am Öko-Institut, zusammen.

Die Studie des Öko-Instituts legt für die Berechnungen die sogenannte "Planetary Health Diet" der EAT Lancet Kommission zugrunde, die 2019 die Grundlagen für eine nachhaltige und gesunde Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung beschrieben hat. Danach konsumieren wir nur noch ein Viertel der heute verzehrten tierischen Produkte und doppelt so viel Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte wie heute. Gleichzeitig werden Lebensmittel nach ökologischen Standards angebaut.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit einer "Planetary Health Diet" die Nachfrage nach Produkten und damit die landwirtschaftliche Produktion stark ändern würde. Da deutlich weniger tierische Produkte nachgefragt werden, verringert sich der heutige Tierbestand drastisch. Die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten dagegen stiege stark an, dafür müssten weiterhin Produkte wie Nüsse, Oliven und Öle aus dem Ausland importiert werden.

Wir sprechen darüber mit Kirsten Wiegmann, Senior Researcher Energie & Klimaschutz vom Öko-Institut e.V..

Ein Baum steht auf einem Feld © imago/Andreas Vitting
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Quelle: Öko-Institut e.V.