Großbrandlage

Brand nach Explosionen im Grunewald - Munition erschwert Einsatz

Im Brandgebiet im Berliner Grunewald ist die Feuerwehr weiterhin im Großeinsatz. Mehr als 120 Helfer*innen sind vor Ort. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, weil das Feuer auf einem Sprengplatz ausgebrochen ist. Dort lagern große Mengen Munition. Die Bundeswehr unterstützt die Arbeiten mit einem Räumpanzer und ferngesteuerten Spezialroboter.

Katastrophenschutz steht auf einer Feuerwehr © radioeins/Chris Melzer
Katastrophenschutz steht auf einer Feuerwehr | © radioeins/Chris Melzer

Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz heute Morgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt. Betroffen von Feuer und Rauch ist mittlerweile eine Fläche von fast 50 Hektar. Darin ist auch die Fläche des Sprengplatzes enthalten. Dort lagern Polizeiangaben zufolge rund 25 Tonnen, unter anderem Feuerwerkskörper und Weltkriegsmunition. Die Berliner Feuerwehr ist mit mehr als 120 Einsatzkräften vor Ort.

Doch der Einsatz sei schwierig, weil weitere Explosionen möglich seien, wie der Pressesprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, gegenüber radioeins erklärte. Es gebe nach wie vor einen Sperrkreis von 1.000 Metern. Nur für die Einsatzkräfte wurde der Sperrkreis in Teilen auf 500 Meter verkürzt. Dadurch kann jetzt dort auch gelöscht werden und das Feuer kontrolliert werden. An den Flanken des Sperrbereichs wurde eine Wasserversorgung aus der Havel und Krummen Lanke aufgebaut.

Wir sprachen darüber mit dem Pressesprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein. Mit dem Waldbrand wird die Feuerwehr noch bis spät in die Nacht beschäftigt sein - der Einsatz am Sprengplatz wird wohl mehrere Tage andauern, erklärte Kirstein.

Katastrophenschutz steht auf einer Feuerwehr © radioeins/Chris Melzer
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Innensenatorin Spranger: Keine Gefahr für die Anwohner*innen


Aus Sicht von Berlins Innensenatorin Iris Spranger sind Anwohner*innen durch den Brand im Grunewald nicht in Gefahr. Auf dem Sprengplatz gebe es keinerlei giftigen Rückstände, betonte die SPD-Politikerin bei einem Besuch im Brandgebiet.


Verkehrseinschränkungen


Die A115 (Avus) ist in beiden Richtungen zwischen Dreieck Funkturm und Kreuz Zehlendorf gesperrt. Gesperrt sind auch die Havelchaussee, der Kronprinzessinnenweg und der Bereich Hüttenweg, Onkel-Tom-Straße und Königsallee.

Außerdem ist die S-Bahn-Linie 7 zwischen Grunewald und Wannsee unterbrochen. Zur Umfahrung nutzen Sie die S1. Ab Westkreuz die Linie S42 bis Schöneberg, ab Schöneberg die Linie S1 nach Wannsee.

Der Regional- und Fernverkehr ist in dem Bereich ebenfalls eingestellt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen kann wegen des Sperrkreises nicht angeboten werden.