Justiz-Albtraum mit Immobilie

Teil-Urteil im Rangsdorfer Grundstücksstreit

Das Oberlandesgericht Brandenburg hat heute sein Teil-Urteil in einem seit zwölf Jahren schwelenden Grundstückstreit in Rangsdorf (Teltow-Fläming) verkündet.

Justitia mit Schwert und Waage © imago/imagebroker
Justitia mit Schwert und Waage | © imago/imagebroker

Das Amtsgericht Luckenwalde hatte im Jahr 2010 ein Grundstück zwangsversteigert, ohne zuvor gründlich genug nach dem rechtmäßigen Eigentümer, einem Amerikaner, zu suchen. Jetzt droht der Familie, die damals kaufte, der Verlust von Land und Eigenheim.

Der Eigentümer hatte erst 2012 mit zwei Jahren Verspätung und auf Nachfrage vom Amtsgericht Luckenwalde erfahren, dass sein Grundstück versteigert worden war. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Käufer bereits ein Haus gebaut und wohnten mit ihren beiden kleinen Kindern darin. Das Landgericht Potsdam entschied 2014, dass dem Amerikaner das Grundstück gehört - mitsamt dem Haus. Das Amtsgericht Luckenwalde - so damals das Landgericht - hätte das Areal gar nicht versteigern dürfen.

Seither kämpft die Familie darum, in dem Haus bleiben zu dürfen. Die Eheleute haben für den Bau einen Kredit über 280.000 Euro aufgenommen und mittlerweile gut 80.000 Euro für Anwälte ausgegeben. Der Vorsitzende Richter im Oberlandesgericht deutete beim Prozessauftakt an, dass die Familie schlechte Aussichten hat. Falls sie unterliegt, will sie zum Bundesgerichtshof gehen. Der Fall gilt als bundesweit einmalig.

Das Brandenburgische Oberlandesgericht hat in einem so genannten Teilurteil jetzt in zweiter Instanz festgestellt, dass Haus und Grund dem Amerikaner gehört. Die Rangsdorfer Familie müsse alles hergeben. Unklar seien aber noch die Konditionen.

rbb-Gerichtsreporterin Lisa Steger berichtet darüber.

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