Panzer für die Ukraine - Minna Ålander zur Leopard-Debatte: "Es wäre gut proaktiv zu handeln, anstatt am Ende nachzugeben"

Kampfpanzer Leopard 2 der Bundeswehr auf einem Truppenübungsplatz © imago images/Chris Emil Janßen
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Polen will nach den Worten von Präsident Andrzej Duda Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine liefern – und zwar im Rahmen einer internationalen Koalition. Das erhöht den Druck auf Berlin. Die Regierung zeigt sich einmal mehr zurückhaltend, Grüne, FDP und Union unterstützen die Idee. Die Politikwissenschaftlerin Minna Ålander, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten, erklärte auf radioeins, dass es für Deutschland gut wäre proaktiv zu handeln, als am Ende einfach nur nachzugeben.

Kampfpanzer für die Ukraine? Es kommt erneut Bewegung in die Sache. Auslöser diesmal: Die polnische Regierung. Präsident Duda sagte gestern, sein Land habe die Entscheidung getroffen, im Rahmen einer Koalition den Ukrainern Leopard-Kampfpanzer zu überlassen. Aber: Ohne deutsche Genehmigung geht es nicht, weil die Panzer in Deutschland entwickelt wurden. Bundeskanzler Scholz allerdings ist bei der Frage weiterer Panzerlieferungen bisher zurückhaltend.

Es erinnert an die Diskussion um Schützenpanzer: erst geschah lange nichts, dann folgte Deutschland überraschend Ankündigungen aus Paris und Washington und liefert doch Marder-Panzer. Erst eine Woche ist das her. Doch damit sind Forderungen nach dem schlagkräftigeren Kampfpanzer Leopard nicht verstummt. Gibt Deutschland also auch dieses "Nein" auf? Etwa kommende Woche, wenn sich die Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Stützpunkt Ramstein trifft?