Brandenburg

Streit um den Einsatz des Insektengifts "Karate Forst flüssig"

Im Streit um den Einsatz des Insektengifts "Karate Forst flüssig" hat der Naturschutzbund Brandenburg (NABU) Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt. Gestern hatte das Potsdamer Verwaltungsgericht gegen den NABU entschieden. Es genehmigte den Einsatz des Insektizids, da der NABU nicht antragsbefugt sei. Der NABU kritisiert den Einsatz des Mittels, weil davon auch geschützte Insekten und Vögel betroffen wären.

Nonnenfalter © imago/blickwinkel
Nonnenfalter | © imago/blickwinkel

 „Karate Forst flüssig“ – klingt schon mal nach ordentlich Action im Wald und wir übertreiben nicht, wenn wir sagen: Mehrere Regionen in Brandenburg sind wegen „Karate Forst flüssig“ derzeit in heller Aufregung - wie Fichtenwalde im Kreis Potsdam-Mittelmark und Zülichendorf in Teltow-Fläming.

Seit gestern wird dort auf insgesamt über 7.000 Hektar Waldfläche per Hubschrauber das Insektizid mit dem martialischen Namen versprüht, um den Nonnenfalter abzutöten – darüber haben wir auch schon berichtet. Jetzt versuchen Umweltverbände die Aktion mit Hilfe der Gerichte zu stoppen.

radioeins-Brandenburg-Reporterin Amelie Ernst berichtet darüber.

Nonnenfalter © imago/blickwinkel
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Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat im Potsdamer Landtag den Einsatz des Insektenvernichtungsmittels "Karate Forst" verteidigt. Die Dosis sei nicht gefährlich für Maikäfer und andere Laufkäferarten, so der Politiker. Auch Bienen seien durch das Insektizid nicht gefährdet - andere Insekten hingegen schon. Das wolle er nicht verschweigen.  

Hier müsse man jedoch abwägen, ob man den Totalverlust von 3.000 Hektar Wald zulasse. Betroffen seien über 1.100 zumeist Kleinst-Waldbesitzer, die alleine kaum eine Chance hätten, die Nonnenraupe zu bekämpfen. 

Alternativ-Präparate seien weniger wirksam oder nicht verfügbar, so der brandenburgische Umweltminister.