Stadtentwicklung

Berlin wird weiter wachsen - Bedarf an Wohnraum bleibt hoch

Berlins Einwohnerzahl stagniert. Doch Stadtentwicklungssenator Scheel führt dies nur auf die Corona-Pandemie zurück. Eine Trendwende sieht er nicht. Der Wachstum wird wieder einsetzen - deshalb muss gebaut werden, sagt Scheel.

Blick über Berlin aus einem Flugzeug © radioeins/Chris Melzer
Blick über Berlin aus einem Flugzeug | © radioeins/Chris Melzer

Die Mieten in Berlin sind gedeckelt und morgen feiert der Mietendeckel sein einjähriges Bestehen. Doch das nützt den Menschen, die in Berlin eine Mietwohnung suchen, herzlich wenig. Zettel von Wohnungssuchenden, wie "4-köpfige Familie sucht Wohnung, min. 3 Zimmer. Maximal 1000 Euro kalt. Finderlohn!", finden sich zuhauf an den Laternen und Bäumen der Stadt.

Die Berliner Landesregierung hat trotzdem heute eine positive erste Bilanz zum Mietendeckel gezogen. Der Senat sagt, dass sich die meisten Vermieter*innen an das Gesetz halten. Zudem stellte Berlins Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel bei seiner Jahrespressekonferenz heute mehr Sozialwohnungen in der Hauptstadt in Aussicht.

Mit etwas mehr 97.000 Sozialwohnungen würde Berlin am Ende dieses Jahres knapp 1.500 mehr zählen als im vergangenen Jahr. Jahrelang fielen mehr alte Wohnung aus der Sozialbindung heraus als neue gebaut wurden. Zwar nimmt die Zahl der alten Sozialwohnungen auch weiterhin ab, dafür aber legt Berlin bei der Neubauförderung zu. Läuft es nach Plan, werden in diesem Jahr mehr als 8.000 Wohnungen neu gefördert.

Die sind auch dringend nötig, denn der Senat rechnet auch weiterhin damit, dass die Einwohnerzahl Berlins steigt. Trotz einer pandemiebedingten "Delle" bei der Bevölkerungsentwicklung hält Scheel es weiter für realistisch, dass die Einwohnerzahl Berlins bis 2030 auf mehr als 3,9 Millionen Menschen steigt.

Über den Wohnungsmarkt in Berlin sprachen Sonja Koppitz und Max Spallek mit Sebastian Scheel (Die Linke), dem Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Berlin. Ziel sei es bis zum Jahr 2030 200.000 neue Wohnungen zu errichten, die Flächenreserven seien dafür vorhanden, erklärte Scheel.

Blick über Berlin aus einem Flugzeug © radioeins/Chris Melzer
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