Umwelt- und Stadtplanung

Die Stadt und der Klimawandel

An den Folgen der großen Hitzewelle im vergangenen Jahr sind in Berlin fast 500 Menschen gestorben. Das hat das Robert-Koch-Institut berechnet. Das Institut beobachtet immer häufigere durch den Klimawandel ausgelöste Hitzewellen. Für die Jahre 2006 und 2015 kamen die Experten auf 390 beziehungsweise 310 Hitzetote in Berlin.

Blick über Berlin aus einem Flugzeug © radioeins/Chris Melzer
Blick über Berlin aus einem Flugzeug | © radioeins/Chris Melzer

In Berlin sind im vergangenen Jahr fast 500 Menschen an den Folgen der großen Hitzewelle gestorben. Das zeigen Berechnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Vor allem ältere Menschen waren betroffen. Das Institut schreibt in seinem Bericht, dass es seit der Jahrtausendwende ungewöhnlich häufig zu Hitzewellen kommt.

Die Berliner Grünen fordern angesichts dieser Zahlen den Senat zum Handeln auf. Der Sprecher für Klima- und Umweltschutz der Berliner Grünen-Fraktion, Georg Kössler, sagte, dass Berlin mehr Abkühlung braucht und macht sich deshalb für mehr Bäume und mehr Gründächer stark.

Sonja Koppitz und Max Spallek sprachen darüber mit dem Städteforscher Jürgen Kropp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK).

Blick über Berlin aus einem Flugzeug © radioeins/Chris Melzer
radioeins/Chris Melzer
Download (mp3, 6 MB)

   

Professorin warnt vor Hitzetoten


Deutschlands erste Professorin für Klimawandel warnt vor einer steigenden Zahl von Hitzetoten. Besonders ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen seien gefährdet, sagte die Medizinerin Prof. Dr. Sabine Gabrysch. Sie hat an der Berliner Charité die bundesweit erste Professur für die Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit. 

Sichtbare Folgen des Klimawandels sind nach ihren Worten Extremereignisse wie Waldbrände, Überschwemmungen und Hitze. Sie bezeichnete das Fortschreiten der Erderwärmung als planetaren Gesundheitsnotfall, um den man sich schnell kümmern müsse.

43.522 Berliner*innen fordern die Ausrufung des Klimanotstands


In Berlin hat ein Bündnis 43.522 Unterschriften gesammelt - mit dem Ziel, in der Hauptstadt den Klimanotstand auszurufen. Der Sprecher des Bündnisses sagte bei der Übergabe der Unterschriften Mitte August im Abgeordnetenhaus, die Politik müsse entschlossener gegen den Klimawandel und die Erderwärmung vorgehen.  

Für eine derartige Volksinitiative sind mindestens 20.000 gültige Unterschriften nötig. Dann muss sich das Parlament mit dem Thema befassen. 

In Deutschland haben bereits mehrere Städte den Klimanotstand ausgerufen, darunter auch Potsdam. Das bedeutet, dass alle Entscheidungen daraufhin überprüft werden, wie sie sich auf das Klima auswirken.

Der Wald und der Klimawandel


Wie wir alle wissen, leiden auch die Wälder unter Trockenheit und Hitze. Aktuell sind die Waldschäden in Deutschland bereits massiv. Künftig sollen die Wälder so aufgeforstet werden, dass mehr klimaresistente Mischwälder entstehen. Wie kann das umgesetzt werden? Dazu hat sich heute Bundeswaldministerin Julia Klöckner mit Vertretern unter anderem der Waldbesitzer, der Forstwirtschaft, des Städte- und Gemeindebundes und der Naturschutzverbände getroffen.

Die CDU-Politikerin sagte nach dem Treffen, sie arbeite dazu an einem Strategiepapier. Das soll bei einem Treffen von Bund und Ländern Ende September beschlossen werden. 

Geplant ist unter anderem ein massives Aufforstungsprogramm. Dafür stünden etwa eine Milliarde Pflanzen bereit, so Klöckner. Es gebe allerdings zu wenige Förster. Hier seien die Länder gefordert. 

Statt Monokulturen müssten außerdem vor allem Mischwälder gepflanzt werden.